Hart auf hart zwischen London und Moskau: Russischer Diplomat muss Großbritannien verlassen

Im britisch-russischen Verhältnis verschärfen sich die Spannungen erneut: Großbritannien entzieht einem Mitarbeiter der russischen Botschaft die Akkreditierung. Der Schritt wird mit der Ausweisung eines britischen Diplomaten gerechtfertigt. London warnt Moskau vor einer weiteren Eskalation.

Das britische Außenministerium hat am Mittwoch einem russischen Diplomaten die Akkreditierung entzogen. Nach eigenen Angaben bestellte das Ressort am 29. April den russischen Botschafter Andrei Kelin ein, um ihn über diese Entscheidung zu informieren. London erklärte den Schritt mit der Ausweisung eines britischen Diplomaten aus Russland im vergangenen Monat.

In einer entsprechenden Mitteilung vom Mittwoch verurteilte die diplomatische Behörde in London die Ausweisung ihres Botschaftsmitarbeiters aufs Schärfste und warf Russland eine bösartige öffentliche Verleumdungskampagne vor. Unter anderem hieß es:

"Dieses Verhalten ist völlig inakzeptabel, und wir werden keine Belästigungen und Einschüchterungen gegenüber unseren diplomatischen Mitarbeitern dulden."

Außerdem warnte London Moskau vor einer Gegenreaktion, da diese nur eine weitere Eskalation nach sich ziehen werde.

Ende März hatte der Föderale Sicherheitsdienst der Russischen Föderation (FSB) nach eigenen Angaben "eine nicht deklarierte britische Geheimdienstpräsenz unter dem Deckmantel der Botschaft in Moskau" aufgedeckt. Demnach habe der Zweite Sekretär, Albertus Gerardus Janse van Rensburg, bei der Einreise nach Russland absichtlich falsche Angaben gemacht, an subversiven und nachrichtendienstlichen Aktivitäten teilgenommen und versucht, bei informellen Treffen mit russischen Wirtschaftsexperten sensible Informationen zu erlangen.

In Abstimmung mit dem russischen Außenministerium wurde beschlossen, dem Diplomaten die Akkreditierung zu entziehen und ihn aufzufordern, Russland innerhalb von zwei Wochen zu verlassen.

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