Der Berliner Tagesspiegel berichtet über nachdrückliche Anweisungen beziehungsweise Empfehlungen seitens der Bundeswehr an ihre Soldaten und Soldatinnen, die zum Zeitpunkt des AfD-Parteitags planten, ihr freies Wochenende "in und um Erfurt" in ihrer Heimat zu verbringen. So seien angesichts der "dramatischen Warnungen der Sicherheitsbehörden" vor den angekündigten Protesten explizit "besondere Verhaltenshinweise" ausgesprochen worden.
Die Polizeibehörden ermittelten im Vorfeld des AfD-Parteitags zusammen mit den Kollegen vom Thüringer Verfassungsschutz nach Auswertungen der öffentlichen und verdeckten Ankündigungen von AfD-Gegnern, dass in einem "Worst-Case-Szenario" am heutigen Samstag mit "35.000 bis 50.000 Demonstranten" in der Thüringischen Landeshauptstadt Erfurt zu rechnen sei. Die Behörden erwarteten demnach "allein 2.500 gewaltbereite Linksextremisten der Kategorie 'Rot". Befürchtet wird demnach, dass Bundeswehrangehörige "als sogenannte Gelegenheitsziele Opfer von Angriffen von Protestteilnehmern" werden könnten.
Wörtlich heißt es weiter, dass die Soldaten "von Freitag bis Sonntag vermeiden" sollen, im Großraum Erfurt "in Uniform unterwegs zu sein", dies bezogen auf notwendige Bahnan- und abreisen oder in der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Zudem soll vermieden werden auf Wegstrecken "Rucksäcke, Patches oder Shirts" zu nutzen, die die Bundeswehrzugehörigkeit "als solche erkennbar machen". Es wird geraten:
"Minimieren Sie Bahnfahrten oder Bewegungen im öffentlichen Raum in Uniform."
Das Problem ergebe sich aus geltenden Formalitäten, da viele Bundeswehrangehörige mit der Bahn "freitags nach Hause und sonntags zurück zur Dienststelle fahren" und eine Uniform tragen. Dies sollte nun an diesem Wochenende explizit vermieden werden, "wenn der Zug durch Thüringen fährt".
Die Maßnahme erfolge unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Soldaten "generell zu Demos und Gruppen Abstand halten sollten", die durch entsprechende Ankündigungen im Vorfeld für mögliche gewalttätige Gegendemonstrationen angereist sind.
Die Bundeswehr hat laut Tagesspiegel-Information die Thüringer Polizei über den eigenen Sicherheitshinweis informiert, da die Soldaten angewiesen wurden, "sich bei Bedrohungen oder Übergriffen gleich an die Polizei zu wenden".
Die Bundeswehrleitung, die demnach mehrere Standorte in Erfurt hat, gab zudem die direkte Anweisung, an diesem Wochenende keine Dienstfahrzeuge im Stadtgebiet abzustellen. Die Bewachung der Standorte wurde am Wochenende hinsichtlich der Dynamiken ebenfalls "angepasst".
Laut Medienberichten von Samstagmittag beteiligen sich an den laufenden Protesten in Erfurt "nach Angaben der Polizei etwa 20.000 Menschen".
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