Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel zufolge, die später auch die Deutsche Presse-Agentur meldete, hat der frühere Bundesgesundheitsminister und ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion seinen Posten im Haushaltsausschuss des Bundestags geräumt.
Sollte die Meldung korrekt sein, wäre dies der zweite Rücktritt binnen kurzer Zeit. Spahn war erst im Juli 2026 von seinem Amt als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten. Anlass war der Skandal um ein von einer Leihmutter ausgetragenes Baby.
Anfang September hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Spahn dann einen Sitz im verantwortungsreichen Haushaltsausschuss erhalten. Aber auch da kam es zu Irritationen. Bei einer Sitzung des Ausschusses war Spahn nicht zugegen.
Als Grund für Spahns Abwesenheit wurde eine Erkrankung seines kleinen Sohnes angeführt. Kurz darauf tauchten jedoch Fotos von Spahn auf einer Sardinien-Reise in der Presse auf. Spahn ließ durch seinen Sprecher verkünden, er sei aus "familiären Gründen" auf der italienischen Ferieninsel.
Dieses Vorgehen soll auch für Unmut in der eigenen Partei gesorgt haben. Sogar von einem Rauswurf aus dem Gremium war laut Spiegel-Informationen die Rede. Denn der Haushaltsausschuss ist aktuell mit den Planungen für das Budget des Bundes beschäftigt. Deshalb häufen sich derzeit die Sitzungen. Der Verdacht des Schwänzens für einen Italien-Urlaub erbost da so manchen überarbeiteten Haushaltskollegen.
Auch bei einem weiteren Treffen war Jens Spahn dem Vernehmen nach abwesend. Der Spiegel will jedoch aus Spahns Umfeld erfahren haben, dass er entschuldigt gefehlt habe und ein Stellvertreter zugegen gewesen sei.
Nun ging es offenbar um Schadensbegrenzung. Laut einer internen Nachricht, aus der der Spiegel zitiert, hat Spahn die Haushaltspolitiker der Union bereits über seinen Rückzug informiert. Alles rund um seine Person sei aktuell dermaßen politisiert, dass ein normales Arbeiten kaum mehr möglich sei, beklagte sich der 46-jährige CDU-Politiker.
Er habe wahrgenommen, "dass mein Rücktritt im Juli noch viel zu frisch ist, um wieder voll durchzustarten, als wäre nichts gewesen." Er ziehe sich deshalb "nach reiflicher Überlegung" aus dem Haushaltsausschuss zurück und wolle sich vorerst auf seine Familie und seine Arbeit für den Wahlkreis konzentrieren. Damit gab Spahn zu verstehen, dass er nicht beabsichtigt, zugleich mit dem Sitz im Haushaltsausschuss auch auf sein Bundestagsmandat zu verzichten.
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