Wegen Tankrabatt: Ersten Tankstellen geht der Sprit aus

Der Tankrabatt lässt die Nachfrage nach Benzin und Diesel deutlich steigen. Gleichzeitig erschwert das Niedrigwasser am Rhein den Nachschub – in mehreren Städten sind erste Tankstellen zeitweise leer gelaufen.

Der neue Tankrabatt sorgt offenbar für einen ungewöhnlich starken Ansturm auf die Tankstellen – und trifft ausgerechnet auf eine Versorgungskette, die wegen des Niedrigwassers am Rhein kaum noch Reserven hat. Das berichtet das "Handelsblatt" am Dienstag. In mehreren Städten im Westen und Südwesten Deutschlands sind seit Wochenbeginn einzelne Tankstellen zeitweise leer gelaufen.

Betroffen waren nach Angaben des Tankstellen-Interessenverbands unter anderem Köln, Bonn, Koblenz, Mannheim, Heidelberg, Freiburg, Frankfurt und Aschaffenburg.

Seit dem 1. Oktober gilt die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Einschließlich des geringeren Mehrwertsteueranteils beträgt die Entlastung rund 17 Cent je Liter. Bereits zum Start fielen die Preise deutlich. Der ADAC registrierte bei Super E10 und Diesel Rückgänge im zweistelligen Centbereich. Das hat offenbar viele Autofahrer dazu gebracht, ihre Tanks früher oder stärker als üblich zu füllen.

Oppositionspolitiker sehen sich nun in ihrer Kritik bestätigt. Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, sagte dem Handelsblatt, der Tankrabatt sei eine "ganz schlechte Idee". "In der Energiekrise mit niedrigem Rheinpegel müssen wir Benzin und Diesel einsparen und nicht den Verbrauch anreizen", sagte Kellner.

Der Tankstellen-Interessenverband spricht von vorübergehenden Versorgungseinschränkungen. Bezogen auf das gesamte Netz mit rund 2.400 Tankstellen gebe es zwar "aktuell keine größeren Versorgungsengpässe". An einzelnen Tankstellen, insbesondere im Rheinland, habe es aufgrund des Niedrigwassers und der hohen Nachfrage jedoch zeitweise Einschränkungen gegeben – "vor allem beim Diesel". 

Das Niedrigwasser reduziert nach Angaben des Unternehmens die Kapazitäten der Binnenschifffahrt erheblich. "Der Transport von Benzin, Diesel, Heizöl und Flugkraftstoff wird dadurch deutlich erschwert", teilt Aral mit.

Damit zeigt sich erstmals auch an den Zapfsäulen, was Mineralölunternehmen und Logistiker seit Wochen beschäftigt: Die Raffinerien können zwar weiterhin produzieren, doch die großen Mengen lassen sich immer schwieriger über den Rhein zu den Tanklagern und von dort zu den Kunden transportieren. Eine schnelle Entspannung zeichnet sich bislang nicht ab. Nach der Sechs-Wochen-Prognose der Bundesanstalt für Gewässerkunde besteht nach Einschätzung der Prognos AG erst Mitte Oktober wieder die Chance auf einen deutlichen Anstieg des Wasserstands in Kaub.

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