Bundestagsausschuss berät Bundeswehraufrüstung – Rheinmetall senkt Umsatzprognose

Der Haushaltsausschuss des Bundestags beriet am Mittwoch über sieben beabsichtigte "Beschaffungsvorhaben" der Bundeswehr in Milliardenhöhe. Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall korrigierte die eigene Gewinnprognose um eine Milliarde Euro nach unten, steigerte den Konzernumsatz laut Mitteilung jedoch um 38 Prozent.

Am 4. November hat der beratende Haushaltsausschuss in Berlin sechs der ursprünglich sieben vorgesehenen Bundeswehr-Beschaffungsvorhaben gebilligt. Dabei wurde final von den Ausschussmitgliedern in der anberaumten Sitzung, dem Großteil der sogenannten "25-Millionen-Euro-Vorhaben" zur Beschaffung von Rüstungsgütern zugestimmt. Die dazu benötigten "Haushaltsmittel" haben demnach eine Gesamthöhe von rund 1,5 Milliarden Euro. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall informiert über ein "Rekordwachstum mit hoher Profitabilität".

Das Online-Nachrichtenportal Hartpunkt, mit dem Untertitel "Monitor für Defence und Sicherheitspolitik", berichtet über die gestrige Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestags. Dieser beschäftigte sich mit insgesamt 30 Tagesordnungspunkten, darunter auch vorgesehene "sieben neue 25 Millionen-Euro-Vorlagen" des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) für beantragte "Beschaffungsvorhaben" der Bundeswehr.

Alle diskutierten Großvorhaben sollen demnach aus dem "Einzelplan 14" des SPD-geführten Bundesverteidigungsministeriums (BMVg) von Minister Boris Pistorius finanziert werden. Laut Informationen des Portals wurden sechs der Vorhaben seitens des Ausschusses final abgesegnet. Dies bestätigen "mit dem Sachverhalt vertraute Kreise".

Eine ursprünglich angesetzte Vorlage "für die Beschaffung von Panzerabwehrlenkflugkörpern des Typs Spike ER 2" als geplante Bewaffnung für den sogenannten Leichten Kampfhubschrauber wurde demnach kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Weiter heißt es in dem Artikel:

"Mit fast 750 Millionen Euro entfällt rund die Hälfte der heute freigegebenen Summe auf den Abruf von 16 weiteren hochmobilen, geschützten Sanitätseinrichtungen der Ebene 'NATO Role 2B' aus einem Ende 2025 geschlossenen Rahmenvertrag mit Rheinmetall." 

Dazu hieß es in einem Hartpunkt-Artikel vom 14. Oktober, dass der Krisenprofiteur der Stunde eigenen Angaben zufolge "von dem Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw" mit der angefragten Lieferung von wörtlich "hochmobilen, geschützten Sanitätseinrichtungen für den Einsatz in der Frontnähe" bereits beauftragt wurde.

Das Rüstungsunternehmen gab dabei in dieser Woche im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt, dass der Konzernumsatz sich im laufenden Jahr auf 8,4 Milliarden Euro beläuft. Dies entspräche einem Zuwachs um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.

Die Zusammenfassung zum Geschäftsjahr 2026 lautet:

"Die Düsseldorfer Rheinmetall AG geht mit Rekordzuwächsen bei Umsatz und Ertrag in die Zielgerade. In den ersten neun Monaten konnte der Konzern das Geschäftsvolumen um mehr als ein Drittel ausweiten und die Profitabilität deutlich steigern. Der Auftragsbestand des Technologiekonzerns bleibt auf sehr hohem Niveau."

Das Handelsblatt berichtet zu den Inhalten der Rheinmetall-Mitteilung, dass der Konzern demnach "zum zweiten Mal im laufenden Geschäftsjahr" die eigene Prognose "nach unten korrigieren" musste. Statt bis zu 14,2 Milliarden Euro Umsatz erwartet das größte deutsche Rüstungsunternehmen nach eigenen Angaben "rund 13,2 Milliarden Euro".

Die Unternehmensleitung erklärt laut Presseabteilung, dass die sicherheitspolitische Lage "mit erheblich gestiegenen Verteidigungsbudgets in zahlreichen Ländern" dem weltweit agierenden Konzern dabei jedoch weiterhin die andauernde Nachfrage mit demnach "entsprechend wachsenden Produktionsvolumina in den fünf Segmenten des Konzerns" unvermindert sichern würde.

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, erklärte zur andauernden Unternehmens­entwicklung, dass "wir ein sehr gutes Wachstum bei hoher Profitabilität haben und damit im Branchenvergleich auch international führend sind", so die Darlegungen in der Mitteilung.

Rheinmetall rechnet für das Geschäftsjahr 2026 daher mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf rund 13,2 Milliarden Euro. Die "operative Ergebnismarge", also der Anteil des Umsatzes, der nach Abzug aller betrieblichen Kosten als operativer Gewinn übrig bleibt, wird demnach bei rund 18,5 Prozent erwartet.

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