Es könnte bis zu sechs Monate dauern, die Straße von Hormus vollständig von durch das iranische Militär verlegten Seeminen zu räumen. Eine solche Operation werde zudem voraussichtlich erst nach dem Ende des US-Krieges gegen Iran durchgeführt, teilte das Pentagon dem US-Kongress mit – eine Einschätzung, die darauf hindeutet, dass die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts bis weit in dieses Jahr oder darüber hinaus anhalten könnten.
Ein ranghoher Beamter des Verteidigungsministeriums habe diese Einschätzung am Dienstag in einer vertraulichen Sitzung für Mitglieder des Streitkräfteausschusses des Repräsentantenhauses abgegeben, sagten drei mit der Diskussion vertraute Personen gegenüber der Washington Post. Der Zeitrahmen – der sowohl bei Demokraten als auch Republikanern auf Frustration gestoßen sei, so zwei dieser Personen – ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Preise für Benzin und Öl noch lange nach einem möglichen Friedensschluss erhöht bleiben könnten.
Über die wirtschaftlichen Folgen hinaus könnte eine solche Entwicklung auch erhebliche politische Auswirkungen in den USA haben – insbesondere für die Republikaner – mit Blick auf die Zwischenwahlen im November. Die Entscheidung von Präsident Donald Trump, den Krieg zu beginnen, sei laut aktuellen Umfragen bei den meisten Amerikanern unbeliebt und habe seine politische Basis gespalten, die ihn unter anderem wegen seines Versprechens gewählt habe, militärische Auslandseinsätze zu vermeiden und sich stärker auf innenpolitische Themen zu konzentrieren.
Am Mittwoch lag der durchschnittliche Preis für eine Gallone (knapp 3,8 Liter) Benzin in den USA laut AAA bei 4,02 US-Dollar, gegenüber 2,98 US-Dollar unmittelbar vor Beginn des Krieges im Februar.
Iran soll möglicherweise 20 oder mehr Seeminen in und rund um die Straße von Hormus verlegt haben – eine zentrale Schifffahrtsroute für den Öltransport aus dem Nahen Osten durch den Persischen Golf.
Einige dieser Minen seien ferngesteuert und mithilfe von GPS-Technologie ausgebracht worden, was es den US-Streitkräften erschwere, ihre Verlegung rechtzeitig zu erkennen, sagte der ranghohe Verteidigungsbeamte gegenüber Abgeordneten. Weitere Minen seien demnach vermutlich von iranischen Kräften mit kleinen Booten ausgelegt worden.
Iran soll bereits im März mit dem Verlegen von Seeminen in der Straße von Hormus begonnen haben, während US- und israelische Streitkräfte ihre Angriffe auf das Land fortsetzten, wie CNN zuvor berichtete.
Trump drohte unlängst, Iran werde Konsequenzen "in einem noch nie da gewesenen Ausmaß" zu spüren bekommen, sollte das Land "möglicherweise verlegte" Minen nicht entfernen.
Trump hatte schon in der vergangenen Woche behauptet, dass die iranischen Seeminen bereits geräumt seien – oder gerade geborgen würden. "Iran hat mithilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen!", behauptete er am vergangenen Freitag auf der Plattform Truth Social.
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