Weder Wirtschaftsakteure aus Europa noch russische Behörden sollten in der Vergangenheit verharren, falls europäische Firmen, die sich vom russischen Markt zurückgezogen haben, zurückkehren würden. Diese Meinung äußert Tadzio Schilling, Generaldirektor der Association of European Businesses (AEB) in Russland, im Gespräch mit der russischen Media-Holding RBK.
Ein Neuanfang sei nötig, betont Schilling. Zugleich stellt er fest, dass Diskussionen zu dem Thema derzeit "theoretischer Natur" seien.
Ob berücksichtigt werde, wer sich in der Vergangenheit wie verhalten habe, fragt Schilling im Interview am Samstag.
In diesem Zusammenhang führt er aus:
"Wenn wir an einer Versöhnung arbeiten, Beziehungen umgestalten und eine Waffenruhe erreichen wollen, ist es unmöglich, zurückzublicken und zu sagen: 'Das hast du falsch gemacht!' Es ist wie bei einem Ehestreit: Wenn Mann und Frau Frieden schließen wollen, müssen sie es tun. Man kann nicht vorwärtsgehen und dabei zugleich zurückblicken. Wir vertreten den Standpunkt, dass wir auf der grünen Wiese anfangen müssen, wenn dieser Moment kommt."
Im Jahr 2022 stellten westliche Unternehmen ihre Aktivitäten auf dem russischen Markt zunehmend ein und zogen sich in großem Umfang aus Russland zurück. Trotz der geopolitischen Turbulenzen weigerte sich jedoch eine Reihe von Unternehmen, ihr Geschäft im Land zu verkaufen, und setzte ihre Arbeit fort.
Des Weiteren gibt Schilling an, die AEB-Mitglieder seien weiterhin optimistisch hinsichtlich der Zukunft ihrer Tätigkeit auf dem russischen Markt. "Wir sind überzeugt, dass bei der Wiederaufnahme der Zusammenarbeit eine zukunftsorientierte Perspektive entscheidend sein wird", sagt Schilling. Künftige Chancen und gegenseitiger Vorteil seien wichtig.
Diskussionen zu dem Thema seien aktuell weitgehend theoretischer Natur, fügt er hinzu. Im vergangenen Jahr habe es entsprechende Debatten im Rahmen des Russischen Verbands der Industriellen und Unternehmer (RSPP) gegeben. Bislang konnte laut Schilling jedoch kein Konsens erzielt werden.
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