Die NATO-Staaten haben am Mittwoch der Ukraine milliardenschwere Militärhilfen zugesichert. Laut einem Beschluss des NATO-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara soll die Führung in Kiew noch im laufenden Jahr 70 Milliarden Euro für Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung erhalten. Im kommenden Jahr soll die Militärhilfe mindestens auf diesem Niveau fortgesetzt werden.
Wie aus der von den Staats- und Regierungschefs der Allianz angenommenen Gipfelerklärung hervorgeht, ist die Rede von insgesamt 140 Milliarden Euro. Allerdings wird dabei ein EU-Hilfspaket mitgerechnet. Über dieses soll die Ukraine bis Ende 2027 ungefähr 60 Milliarden Euro für verteidigungsrelevante Ausgaben bekommen. Unter dem Strich bleiben damit noch rund 80 Milliarden Euro, die die NATO-Staaten aus ihren nationalen Haushalten stemmen müssen.
Obendrein haben die NATO-Staaten ihre "unerschütterliche Verpflichtung" zur kollektiven Verteidigung nach Artikel fünf des Bündnisvertrags bekräftigt.
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht die Zusage des Milliardenbetrags an die Ukraine als wegweisend. Weil die USA unter Präsident Donald Trump die Finanzierung von Ukraine-Hilfen weitestgehend gestoppt haben, wird Deutschland von der Summe voraussichtlich den größten Anteil übernehmen. Für dieses Jahr hat die Bundesregierung schon 11,5 Milliarden Euro für Artillerie, Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge und andere Ausrüstung eingeplant. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums ist das der höchste Betrag seit dem Beginn des bewaffneten Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine Ende Februar 2022.
Mehr zum Thema – Budanow im Interview: "Es wird keine Kompromisse über Gebietsfragen geben"