Die USA könnten Kiew eine Lizenz zur Produktion weniger fortschrittlicher Versionen von Patriot-Abfangraketen geben. Das sagte US-Präsident Donald Trump gegenüber Journalisten an Bord der Air Force One auf dem Rückflug von Irland in die USA.
Auf die Frage, ob Kiew eine Lizenz zur Produktion von Abfangraketen für Patriot-Systeme erhalten könne, sagte der US-Präsident: "Wir verhandeln darüber." Es gehe um "weniger fortschrittliche Versionen" dieser Abfangraketen, erklärte er.
Auf eine Frage nach den Plänen europäischer Staaten, der Ukraine Patriot-Abfangraketen zu verkaufen, ging Trump dabei nicht ein, erklärte aber:
"Wir haben große Vorräte an bestimmten Waffen, manche davon praktisch in unbegrenzter Menge. Was die Elite-Waffen angeht, wurde vieles davon an die Ukraine gegeben – aber wir stellen das gerade sehr schnell wieder her. Wir bauen unsere Bestände sehr schnell wieder auf. Im Moment produzieren wir mehr Patriots als je zuvor."
Anfang September hatte US-Außenminister Marco Rubio erklärt, die Ukraine benötige selbst bei Erhalt einer US-amerikanischen Lizenz mehrere Jahre für den Aufbau von Produktionskapazitäten für Patriot-Abfangraketen. Patriot sei ein "komplexes Waffensystem", daher werde eine mögliche Lizenzvergabe an die Ukraine deren kurzfristiges Problem mit dem Mangel an solchen Systemen nicht lösen, so Rubio.
Im Juli hatte Trump zugesagt, der Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Raketen zu erteilen, war später jedoch von seiner Aussage abgerückt. Die USA benötigten die Raketen selbst, erklärte er damals. Im Weißen Haus hieß es zudem, Trump konzentriere sich stärker darauf, die amerikanischen Bestände aufzufüllen.
Im August erklärte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij, Kiew würden fünf Prozent der amerikanischen Patriot-Bestände reichen, um den Winter zu überstehen. Derzeit verfüge die Ukraine über ein Prozent des benötigten Bestands, so Selenskij. Später erklärte er, das Land habe eine kleine Menge an Raketen erhalten, ohne die Herkunft näher zu benennen.
Moskau spricht sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Russische Regierungsvertreter erklärten wiederholt, westliche Militärhilfe verlängere den Konflikt, könne dessen Ausgang jedoch nicht ändern. Im Kreml hieß es, die Ukraine fordere ständig neue Waffentypen, sowohl defensive als auch offensive. Dies könne die Fortsetzung der militärischen Sonderoperation bis zum Erreichen ihrer Ziele jedoch nicht verhindern. Zudem ergreife Russland die notwendigen Maßnahmen zum Schutz des Landes, hieß es weiter.
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