Beim jüngsten Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington hat der chinesische Präsident Xi Jinping erneut zur stärkeren Zusammenarbeit aufgerufen, um die "Thukydides-Falle" zu vermeiden. Laut Bloomberg möchte Peking damit demonstrieren, dass ein Konflikt zwischen den beiden Ländern nicht unumgänglich sei.
Darüber hinaus sei die Botschaft von strategischer Natur. Mit diesem Begriff hebe China die Konfrontation mit den USA auf eine höhere Ebene. Es gehe nicht bloß um einen Handelskrieg oder die Taiwan-Frage, sondern um "eine entscheidende Bewährungsprobe für die Zusammenarbeit der Großmächte", führte Bloomberg aus. Zudem stärke eine solche Rhetorik die chinesische Position als eine den USA ebenbürtige Supermacht.
Nach dem Treffen mit Trump erklärte Xi, China und die USA müssen als verantwortungsbewusste Großmächte handeln, den Erwartungen der Völker gerecht werden, mit dem Zeitgeist Schritt halten und nach einem neuen Ansatz für das Zusammenleben der Großmächte suchen. Trump stellte seinerseits "tolle Dinge" in Aussicht. In einem Beitrag auf Truth Social schrieb er, dass Xi, wie schon fast alle, statt des "unpassenden und unzutreffenden" Begriffs künstliche Intelligenz die Bezeichnung "Superintelligenz" bevorzugt haben soll. Trump hob hervor:
"Das würde 'SUPER!' Da waren sich gestern Abend alle einig."
Xi war vom 23. bis zum 25. September zu Besuch in Washington.
Auf das Konzept der "Thukydides-Falle" greift Xi mindestens seit 2014 zurück, wie Bloomberg in Erinnerung rief. Im Einzelnen verwendete er den Begriff während des Gesprächs mit dem ehemaligen Präsidenten Joe Biden im November 2024 am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft in Peru sowie bei Trumps China-Besuch im Mai 2026. Von der Zusammenarbeit zwischen China und den USA hänge ab, ob sie die Falle überwinden und ein neues Paradigma der Beziehungen aufbauen könnten, betonte Xi damals.
Thukydides war ein griechischer Historiker im 5. Jahrhunderts v. Chr. In seinen Werken erklärte er den Peloponnesischen Krieg als unvermeidlichen Konflikt zwischen Athen, einem aufstrebenden Stadtstaat, und Sparta, einer bereits etablierten Großmacht. Der Begriff "Thukydides-Falle" wurde Anfang der 2010er-Jahre durch den US-Politikwissenschaftler Graham Allison popularisiert. In Anlehnung an die Ideen des antiken Historikers meinte Allison, dass ein Konflikt unvermeidlich ist, wenn eine aufstrebende Macht eine etablierte herausfordert. Den Begriff prägte er in erster Linie, um einen potenziellen Konflikt zwischen China und den USA zu beschreiben.
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