Vier Menschen haben in einem entlegenen Teil des Pazifiks Schiffbruch erlitten, nachdem eine Gruppe von Pottwalen ihre Yacht versenkt hatte. Wie die New York Post am 1. Oktober berichtete, ereignete sich der Vorfall rund 250 nautische Meilen (umgerechnet über 460 Kilometer) nördlich der Insel Norfolk, die zwischen Australien, Neuseeland und Neukaledonien liegt.
Die Australierin Jemma Cooper, eine der Betroffenen, berichtete gegenüber AFP, dass sie am Steuer der knapp 16 Meter langen Yacht Tai Tam stand, als das Segelschiff mit einem dumpfen Knall erschüttert und zur Seite geschoben wurde. Cooper, ihr Mann sowie zwei weitere Besatzungsmitglieder – ein Franzose und ein Neuseeländer – entdeckten daraufhin eine Gruppe von sechs bis acht Pottwalen im Wasser.
Der Einschlag machte die Steuerung der Yacht unmöglich und hinterließ Bruchstellen im Schiffskörper, sodass Wasser in die Yacht einzudringen begann. Nachdem sie ein Notsignal ausgesendet hatten, verließen die vier Seeleute die sinkende Yacht und retteten sich auf ein Rettungsfloß.
Neuseelands Militär, das Funkkontakt mit den Schiffbrüchigen hatte, begann einen Rettungseinsatz. Nachdem sie 18 Stunden lang auf dem Pazifik drifteten, wurden die Schiffbrüchigen vom Frachtschiff Sofrana Surville aufgesammelt, das als erstes zur Stelle war. Während des Schiffsbruchs wurde niemand verletzt. Jemma Cooper erinnerte sich:
"Es war wunderbar und nahm ein schreckliches Ende – aber zum Glück ohne Lebensverluste."
Mike Clulow, Leiter des Koordinationszentrums für Rettungseinsätze, lobte die Aktionen der Seeleute und aller an der Rettung Beteiligten. Laut einer vom neuseeländischen Militär veröffentlichten Pressemitteilung erklärte er:
"Das war ein gut koordinierter und ausgeführter Rettungseinsatz. Die Besatzung der Yacht machte alles richtig, und es war unglücklich, dass sie in offenen Gewässern mit einem Wal zusammenstieß. Sie waren gut vorbereitet und die frühe Aktivierung ihres Notsignals war der Schlüssel zu ihrer Rettung. Das ist eine exzellente Erinnerung daran, dass Vorbereitung bei Seefahrten Leben retten kann."
Die auf der Liste gefährdeter Arten stehenden Pottwale leben in allen Ozeanen. Sie sind die größten bezahnten Tiere der Erde, die eine Länge von über 20 Metern und eine Masse von über 50 Tonnen erreichen können.
Bei dem Schiffbruch nördlich der Norfolkinsel handelt es sich um die zweite durch Wale verursachte Schiffsversenkung in den vergangenen zwei Monaten. Im Juli hatte ein Wal ein Feuerwehrboot des US-Bundesstaats New Jersey gerammt, das daraufhin sank. Unter den Besatzungsmitgliedern gab es keine Verletzungen und alle konnten gerettet werden.
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