Die Inflation in Österreich ist im September erneut gestiegen. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria vom 2. Oktober lag die Teuerung bei 3,6 Prozent nach 3,2 Prozent im August.
Der Anstieg um 0,4 Prozentpunkte geht laut Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk vollständig auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück. Energie verteuerte sich im Jahresvergleich um 14,5 Prozent nach 9,9 Prozent im August.
Der stärkste Preisdruck geht weiterhin von Dienstleistungen aus. Sie verteuerten sich um 4,2 Prozent nach 4,4 Prozent im August. Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol lagen 1,0 Prozent über dem Vorjahresniveau, Industriegüter 0,7 Prozent. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel lag laut Marktberichten bei rund 3,0 Prozent. Monatlich stiegen die Preise um 0,2 Prozent.
Besonders stark zogen die Energiekosten an. Bereits im August war Heizöl um 48,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Diesel um 32,6 Prozent und Treibstoffe insgesamt um 26,3 Prozent. Holzpellets verteuerten sich um 32 Prozent, Erdgas um 7,9 Prozent. Strom wurde dagegen um 10,7 Prozent billiger.
Der Preisschub bei Öl und Treibstoffen steht im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Israel, den USA und Iran sowie den eingeschränkten Öltransporten durch die Straße von Hormus. Auch andere europäische Länder verzeichnen höhere Inflationsraten. Im September lag die Teuerung in Deutschland bei 3,3 Prozent, in Frankreich bei 3,4 Prozent, in Italien bei 4,1 Prozent und in Spanien bei 5,0 Prozent.
Für Autofahrer und Haushalte mit Ölheizung ist die Belastung unmittelbar spürbar. Höhere Energiepreise verteuern zudem Transporte und Produktion und können dadurch auch die Preise weiterer Waren und Dienstleistungen erhöhen.
Die österreichische Regierung versucht mit einer neuen Spritpreisbremse gegenzusteuern. Ab Oktober kann die Mineralölsteuer um bis zu 6,7 Cent je Liter gesenkt werden, zusätzlich gelten Margenbegrenzungen. Die Maßnahme konnte die Septemberzahl noch nicht beeinflussen.
Nach dem europäischen HVPI lag die österreichische Inflation im September bei 3,5 Prozent nach 2,9 Prozent im August. Damit liegt die Teuerung deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank. Die endgültigen September-Daten werden im November veröffentlicht.
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