Das für Freitag, 19. Juni 2026, geplante Gipfeltreffen zwischen Delegationen der USA und des Iran auf dem Bürgenstock wurde abgesagt. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte dies am frühen Freitagmorgen und lud die eingeladenen Medienschaffenden wieder aus. Weitere Informationen sollen im Laufe des Tages folgen.
Ursprünglich war vorgesehen, dass sich die Delegationen bereits heute auf dem Bürgenstock treffen, um über ein dauerhaftes Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran zu verhandeln.
US-Vizepräsident JD Vance sollte dafür in der Nacht zu Freitag in die Schweiz reisen. Ein Regierungsbeamter teilte der Deutschen Presse-Agentur DPA am späten Donnerstagabend jedoch mit, dass Vance vorerst nicht fliegt.
Die Logistik für diese Verhandlungen sei "noch nie einfach oder vorhersehbar" gewesen. Vance selbst äußerte sich später zurückhaltend: Die Verhandlungen würden stattfinden, der genaue Zeitpunkt bleibe aber offen. Er gehe davon aus, dass die technischen Gespräche "irgendwann an diesem Wochenende" starten könnten.
Die Absage ist ein Dämpfer für die Schweizer Diplomatie. Die Schweiz hatte in den vergangenen Tagen und Wochen intensiv darauf hingearbeitet, als Gastgeberin und Vermittlerin für die Umsetzungsgespräche zum Rahmenabkommen vom 17. Juni zur Verfügung zu stehen.
Das ikonische Bürgenstock Resort hoch über dem Vierwaldstättersee – bereits Schauplatz der Ukraine-Friedenskonferenz 2024 – bot mit seinen drei Hotels, dem großzügigen Konferenzzentrum und der exzellenten Infrastruktur ideale Voraussetzungen für das sensible Treffen.
Im Kanton Nidwalden liefen die Sicherheitsvorbereitungen unter Hochdruck. Verteidigungsminister Martin Pfister und die Nidwaldner Sicherheitsdirektorin Karin Kayser-Frutschi hatten betont, dass man sich auf die Konferenz vorbereite und für alle Eventualitäten plane. Reguläre Hotelgäste wurden bereits am Montag umquartiert, Alternativunterkünfte standen bereit. Die Polizei hatte die Einsatzplanung im Fokus und passte die Maßnahmen flexibel an die dynamische Lage an.
Trotz der kurzfristigen Absage des Freitagstreffens bleibt die Schweiz bereit. Das EDA erklärte, die Schweiz stehe weiterhin zur Verfügung, um die Gespräche zu fazilitieren.
Die Vorbereitungsarbeiten auf dem Bürgenstock würden fortgeführt. Als Inhaberin des Schutzmachtmandats der USA im Iran und neutraler Gastgeberin hatte die Schweiz seit Beginn der Verhandlungen eng mit den USA, dem Iran sowie den Mediatoren Pakistan und Katar zusammengearbeitet.
Der Krieg zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits hatte am 28. Februar 2026 begonnen. Am 17. Juni unterzeichneten die USA und der Iran in Versailles beziehungsweise Teheran ein Rahmenabkommen mit 14 Punkten zur Beendigung der Feindseligkeiten.
Es sieht eine Verlängerung des Waffenstillstands auf 60 Tage vor, in denen ein endgültiges Friedensabkommen ausgehandelt werden soll. Die für den Bürgenstock geplanten Folgegespräche sollten der konkreten Umsetzung dienen.
Die Schweiz zeigt sich auch nach der Absage des Freitagstreffens weiterhin kooperativ und professionell vorbereitet – ein klares Signal, dass sie jederzeit als verlässliche Plattform für diplomatische Bemühungen zur Verfügung steht.
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