
Trump fordert Netanjahu zum Truppenabzug aus Syrien und Libanon auf

US-Präsident Donald Trump hat dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefonat nach AXIOS-Informationen mitgeteilt, Israel solle damit beginnen, seine Truppen aus Syrien abzuziehen, und ihn aufgefordert, dies auch im Libanon zu tun.
Drei Monate vor einer Wahl, die für Netanjahus politisches Überleben und seine persönliche Freiheit von entscheidender Bedeutung ist, dürfte der israelische Regierungschef kaum zu größeren Schritten bereit sein, um israelische Truppen aus von Israel besetzten Gebieten in Syrien abzuziehen – oder weitere Truppenverlagerungen im Libanon zuzulassen, über den bereits vereinbarten Schritt hinaus.
Trumps Forderungen erhöhen jedoch den wachsenden Druck auf den israelischen Regierungschef. Die israelischen Streitkräfte (IDF) kontrollieren derzeit große Teile des Südlibanons und Südsyriens – eine Präsenz, die die Regierung mit der Notwendigkeit begründet, eine erneute Invasion nach dem Muster des 7. Oktober zu verhindern.
Hochrangige Mitglieder der israelischen Regierung wollen eine unbefristete Kontrolle über diese Gebiete und einige setzen sich sogar für die Errichtung jüdischer Siedlungen dort ein.

Ein US-Regierungsvertreter sagte, Trump habe Netanjahu erklärt, die Präsenz des israelischen Militärs auf syrischem Gebiet schaffe Spannungen und könne zu einer Eskalation führen.
"Sie wollen euch dort nicht. Ihr solltet eure Truppen verlegen", sagte Trump laut dem US-Vertreter zu Netanjahu. Dieser fügte hinzu, dass dies auch für den Libanon gelte. "Der Ministerpräsident seinerseits betonte die Notwendigkeit von Sicherheitszonen entlang der Grenzen Israels", erklärte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten in einer Mitteilung.
Das Gespräch zwischen Trump und Netanjahu fand einen Tag nach einem Treffen des US-Präsidenten mit dem syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa am Rande des NATO-Gipfels in der Türkei statt.
Die Trump-Regierung hatte monatelang versucht, ein neues Sicherheitsabkommen zwischen Israel und Syrien auszuhandeln. Schließlich kam sie zu dem Schluss, dass Netanjahu die geforderten Zugeständnisse nicht machen wolle. Dazu gehörte nach Angaben von US-Regierungsvertretern ein schrittweiser Abzug der IDF aus syrischem Gebiet, das Israel seit dem Assad-Fall im Dezember 2024 kontrolliert.
In den vergangenen Wochen kam es im Süden Syriens zu mehreren Zwischenfällen, bei denen syrische Bürger gegen die Präsenz der IDF protestierten und mit israelischen Soldaten zusammenstießen.
Am Dienstag trafen sich US-Vermittler in Rom mit israelischen und libanesischen Diplomaten, um die Umsetzung eines Rahmenabkommens zu besprechen, das die beiden Länder vor einigen Wochen unterzeichnet hatten. Im Rahmen dieses Abkommens verpflichtete sich Israel, seine Truppen aus zwei derzeit besetzten "Pilotzonen" im Südlibanon abzuziehen und der libanesischen Armee dort den Einsatz zu ermöglichen.
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