Europa

Finnlands Vertreter bei der NATO: Russland "keine direkte militärische Bedrohung für Finnland"

Finnlands ständiger Vertreter bei der NATO Klaus Korhonen erklärt, dass für sein Land keine militärische Bedrohung durch Russland ausgehe. Dennoch bereitet Helsinki einen Beitrittsantrag zur NATO vor. Moskau warnt vor einer Verschlechterung der Sicherheitslage.
Finnlands Vertreter bei der NATO: Russland "keine direkte militärische Bedrohung für Finnland"Quelle: AFP © Heikki Saukkomaa

Am Donnerstag erklärte Klaus Korhonen, Finnlands ständiger Vertreter bei der NATO, in einem Interview an den Fernsehsender CNN, dass sein Land keine direkte militärische Bedrohung durch Russland sehe.

Im Interview wies Korhonen darauf hin, dass die Bevölkerung seines Landes zum ersten Mal in der Geschichte einen NATO-Beitritt mehrheitlich unterstütze. Dies sei das Ergebnis einer "sehr drastischen Änderung unserer Sicherheitsumgebung". Gleichzeitig betonte er:

"Heute können keine direkten militärischen Bedrohungen für Finnland durch Russland beobachtet werden."

Korhonen führte dies auf die Verteidigungsbereitschaft der finnischen Streitkräfte zurück.

"Wir haben eine starke Verteidigung und einen sehr fähigen Grenzschutz. Ich denke, wir sind jetzt wachsam, daher ist die Grenze jetzt sicher."

Russland unternehme laut Korhonen keine "ungewöhnlichen Aktivitäten", dennoch befürchte man in Finnland russische Cyberangriffe und Desinformationskampagnen.

Auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit eines Nuklearkonflikts gab sich Finnlands NATO-Vertreter zuversichtlich, dass das Risiko minimal sei:

"Wir sind sehr weit von einem Nuklearkonflikt entfernt."

Vor dem Hintergrund des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine hatten Finnland und sein Nachbarland Schweden begonnen, eine Aufgabe ihrer bisherigen Bündnisfreiheit und einen Beitritt zur NATO zu erwägen. Der Generalsekretär der Allianz Jens Stoltenberg hatte mehrmals signalisiert, dass die Mitglieder der NATO dieses Vorhaben unterstützen würden. Am 13. Mai erklärte Finnlands Außenminister Pekka Haavisto dem japanischen Fernsehsender NHK, dass der Beitrittsantrag in der kommenden Woche eingereicht werde.

Das offizielle Moskau reagierte auf Finnlands Beitrittspläne mit scharfer Kritik. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einer Bedrohung für Russland und betonte, dass eine weitere NATO-Erweiterung Europa "weder stabiler noch sicherer" machen werde. Das russische Außenministerium kündigte unter anderem auch militärtechnische Maßnahmen als Reaktion an, falls Finnland der NATO beitreten sollte.

Mehr zum Thema - "Macht unseren Kontinent nicht sicherer" – Moskaus Reaktion auf NATO-Mitgliedschaftspläne Finnlands

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