Europa

Al-Mayadeen-Kolumnist: Aufstellung von US-Truppen in Rumänien eröffnet den Dritten Weltkrieg

Die "Screaming Eagles" haben einen großen Krieg auf ihren Flügeln nach Europa gebracht, meint ein arabischer Kolumnist. Die Stationierung dieser US-Militäreinheit in Rumänien markiere den Beginn des Dritten Weltkriegs, den die Vereinigten Staaten seit langem geplant hätten.
Al-Mayadeen-Kolumnist: Aufstellung von US-Truppen in Rumänien eröffnet den Dritten WeltkriegQuelle: Sputnik © Vladimir Astapkovich

Für den panarabischen Nachrichtensender Al Mayadeen ist die Antwort auf die Frage nach dem Ausbruch des Dritten Weltkriegs klar. Ein Kolumnist des Senders ist der Ansicht, dass er bereits begonnen habe. Seit langem hätten die USA einen globalen Krieg geplant, der Russland, China und Europa schwächen sollte. Mit der Stationierung der Eliteeinheit Screaming Eagles in Rumänien nahe der ukrainischen Grenze habe Washington diesen Krieg nun begonnen. Der Kolumnist von Al Mayadeen erklärt:

"Die Antwort auf die Frage, wann der Dritte Weltkrieg beginnen wird, lautet: 'Er hat bereits begonnen'. Es ist kein Zufall, dass die 101. Amerikanische Luftlandedivision, die Screaming Eagles, in Osteuropa eingesetzt wird. Es geht um die Entsendung von 4.700 amerikanischen Soldaten aus den eigenen Reihen unter dem Vorwand der Teilnahme an einer noch nie dagewesenen Militärübung. Außerdem erklärte der Befehlshaber der Division, dass er bereit sei, im Falle einer Eskalation des Konflikts das Territorium der Ukraine zu überfliegen."

Nach Ansicht des Autors spielen die USA und das Vereinigte Königreich ein bestimmtes Szenario durch, in dem sie ihre wichtigsten Ziele – Russland, China und Europa zu schwächen – erreichen:

"Was für die USA und das Vereinigte Königreich wichtig ist, ist die Zersplitterung oder Schwächung Russlands und die Zerstörung der europäischen Wirtschaft, die Verlagerung von Industrie- und Wirtschaftskapital in die USA."

Zuvor wurde berichtet, dass die 101. Luftlandedivision Screaming Eagles der US-Armee erstmals seit fast 80 Jahren in Europa eingesetzt wird. Die Kommandeure der Einheit erklärten gegenüber CBS News, sie seien gekommen, um die NATO zu verteidigen. "Wenn es zu einer militärischen Eskalation oder einem Angriff auf die NATO kommt, sind sie bereit, die Grenze zu überschreiten und in die Ukraine einzudringen", so das Motto.

Die leichte Luftlandedivision mit dem Spitznamen Screaming Eagles ist darauf trainiert, innerhalb von Stunden weltweit jedes Schlachtfeld zu erreichen. Nach Angaben der Medien wurden insgesamt rund 4.700 Soldaten der 101. Luftlandedivision vom Stützpunkt Fort Campbell im US-Bundesstaat Kentucky nach Rumänien verlegt, um "die südöstliche Flanke der NATO zu verstärken".

"Die Division ist näher an der ukrainischen Grenze als andere US-Einheiten. Die Truppen beobachten die Aktionen der russischen Armee in der Ukraine sehr genau", sagte Oberst Edwin Mattaides, einer der Kommandeure der Screaming Eagles.

Einige russische Experten sehen die Verlegung der US-amerikanischen Einheit nach Rumänien anders als die arabischen. So sagte Ilja Kramnik, Forscher am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, am 23. Oktober in einem Gespräch mit der Zeitung Moskowski Komsomolez:

"Meiner Meinung nach ergibt es keinen Sinn, amerikanische Soldaten in der Ukraine einzusetzen. Für sie gibt es jetzt keine Aufgaben, die die Ukrainer in diesem Konflikt nicht mit ihren eigenen Kräften lösen könnten. Die ukrainischen Streitkräfte sind für ihre jetzige Größe mehr als ausreichend. Wenn wir uns eine Situation vorstellen, in der die Ukraine plötzlich auseinanderfällt und all dies in Bewegung gerät, dann ist es hypothetisch denkbar, dass die NATO versuchen wird, einige westliche Teile der Ukraine zu besetzen. Bislang allerdings spricht nichts für die Möglichkeit eines solchen Szenarios."

Für Kramnik handle es sich dabei in erster Linie um "eine Art NATO-interne Demonstration von Möglichkeiten, die Verbündeten zu unterstützen". Vor allem ginge es um Rumänien, das direkt an das Konfliktgebiet grenze.

"Wenn ein Spieler schlechte Karten hat, wird der Einsatz erhöht", sagte Alexei Muсhin, Direktor des Zentrums für politische Information Russlands. In einem Interview mit dem russischen RT-Dienst erklärte er, dass die Ukraine "allem Anschein nach nicht in der glänzenden Lage ist, in der sie in den westlichen Medien dargestellt wird. Deshalb versuchen die USA, die russische Seite zu beeindrucken, indem sie mit ihren Muskeln spielen", so der Experte.

Wladimir Bruter, Politologe am Internationalen Institut für humanitäre und politische Studien, ist hingegen der Meinung, dass die Informationen über die Stationierung der 101. Luftlandedivision der US-Luftwaffe in Rumänien indirekt die Absicht Washingtons bestätigen, sich in einen direkten bewaffneten Konflikt mit Russland einzuschalten. Bruter erklärte:

"Aus militärischer Sicht ist die US-Armee schon seit langem zu einem solchen Schritt bereit, aber die politische Entscheidung ist noch nicht gefallen. Für die USA ist es wichtig, dass Russland im Falle einer ungünstigen Entwicklung der Lage nicht die Kontrolle über die gesamte Ukraine erhält. Die 101. Division ist jedoch nicht ausreichend, um an größeren Operationen teilzunehmen. Sie reicht aus, um einen möglichen Vormarsch russischer Truppen für eine Weile zu stoppen und Zeit zu gewinnen, um sie zu Verhandlungen zu zwingen. Es handelt sich eher um ein Element der Erpressung als um eine wirkliche Projektion militärischer Gewalt."

Mehr zum Thema - Medien: USA setzen Division in Europa ein, die bereit ist, ukrainisches Territorium zu betreten

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.