Europa

Selenskij mutterseelenallein – das Netz lacht über seinen Vilnius-Besuch

Selenskij könnte bald aus der Mode sein. Das legen einige Schnappschüsse von seinem letzten Besuch in Vilnius nahe. Gepaart mit mehr als bescheidenen Ergebnissen des NATO-Gipfels für die Ukraine sind die Fotos ein deutliches Zeichen.
Selenskij mutterseelenallein – das Netz lacht über seinen Vilnius-BesuchQuelle: AFP

Von Wladislaw Sankin

Noch vor Kurzem war Kiew eine Art Pilgerstätte für zahlreiche Politiker, die es für ihre Karrieren förderlich sahen, der politischen Popikone des Westens, Wladimir Selenskij, unbedingt einen Besuch abzustatten. Selenskijs Schaltungen in Big Brother Größe auf Hunderten Konferenzen, Parlamentssitzungen und Fernsehevents ist zu einer politischen Begleitmusik der Jahre 2022–2023 geworden. Der mutige Anführer einer kämpfenden Nation, der edle David gegen bösen Goliat.

Aber nichts ist von Dauer auf dieser Welt. Die Ukraine-Müdigkeit müsste irgendwann auch bei den eifrigsten Unterstützern einkehren. In vielen Ländern ist die Person des ehemaligen Comedy-Stars bei der Bevölkerung inzwischen umstritten. Und in solchen Ländern wie Ungarn oder Argentinien genoss Selenskij von Anfang an gar kein Vertrauen. 

Es war klar, dass die NATO den frechen Chuzpe-Diplomaten im ewig kakifarbenen Hemd irgendwann doch abblitzen lassen musste. Seine Schimpftirade, die NATO-Erklärung über den (Nicht)Beitritt der Ukraine sei "absurd" hat ihre Empfänger in Vilnius erreicht. Bei dem feierlichen Empfang am Abend des ersten Gipfel-Tages, als fein gekleidete Gäste – Minister und Staatschefs der NATO-Länder, die Gleichen unter Gleichen, mit ihren Gatten und Gattinnen sich informell austauschten, stand Selenskij plötzlich ganz allein da. 

Mehrere Schnappschüsse von ein und derselben Szene zeigten ihn mit einem verlorenen Gesichtsausdruck, während seine Gattin Elena mit einer Bekannten, der Gattin eines Gipfelteilnehmers sprach. Macron, Rutte, Michel – alles Menschen, die Selenskij bei den Treffen normalerweise sofort umarmen, nahmen nun von seiner Anwesenheit keine Notiz. 

Womöglich hat die Einsamkeit Selenskijs nur ganz kurz gedauert und jemand leistete dem ukrainischen Staatschef dann doch Gesellschaft. Aber die Bilder sind nun mal da und haben im Netz in Form von Memes ein eigenes Leben entwickelt.

Das wohl populärste zeigt ihn als Reinigungskraft. Russische Kommentatoren brachten die Misere Selenskijs mit der gescheiterten Offensive in Richtung Saporoschje in Verbindung. "Ich möchte auf das hinweisen, was Selenskij mitgebracht hat. Die ukrainischen Streitkräfte haben nicht einmal Rabotino betreten. Von Tokmak und Melitopol ganz zu schweigen. Und ja, in seinem Outfit sieht er vor dem Hintergrund der übrigen Teilnehmer wie ein paramilitärischer Gopnik (abschätzige Bezeichnung für einen Halbkriminellen – Anm. der Red.) aus, der zufällig bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung vorbeischaute", schrieb der politische Analyst Roman Romanow. 

Die Internet-Witzbolde haben auch die besondere "Freundschaft" zwischen Selenskij und Macron nicht vergessen.

Am nächsten Tag durfte Selenskij bei der ersten Sitzung des Ukraine-NATO-Rates dabei sein und mit Stoltenberg, Scholz, Biden, Rutte und den anderen ein paar Floskeln vor den Kameras austauschen und an einem Fototermin teilnehmen. Er wirkte dabei alles andere als souverän und lieferte sogar während seiner Presse-Konferenz einen verbalen Schlagabtausch mit dem britischen Verteidigungsminister Ben Wallace. 

"Ich verstehe die Frage nicht. Wir waren immer dankbar und sind es immer noch", kommentierte Selenskij den zuvor geäußerten Rat des britischen Verteidigungsministers, sich öfter bei den westlichen Partnern für die militärische Unterstützung zu bedanken. 

"Ich wüsste nur nicht, wie wir sonst dankbar sein sollten. Wir können am Morgen aufwachen und dem Minister danken. Soll er mir doch schreiben, wie wir ihm danken sollen, und ich werde ihm auf diese Weise danken", fuhr der ukrainische Präsident etwas barsch fort.

Natürlich wird der Westen die Ukraine auch weiterhin unterstützen, mit den Worten des deutschen Bundeskanzlers "so lange, wie sie die Hilfe braucht". Aber der Funke in der Beziehung ist erloschen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch in den deutschen Medien immer mehr Kritisches über Selenskij gemeldet wird. 

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