Deutschland

"Entscheidung in Kürze erwartet" ‬‒ Trump erwägt Truppenreduzierung in Deutschland

Erneut hat US-Präsident Donald Trump mit einem Teilabzug der US-Streitkräfte aus Deutschland gedroht. Die Ankündigung über eine mögliche Reduzierung der Streitkräfte folgt auf kritische Äußerungen des Bundeskanzlers gegenüber dem US-Vorgehen im Iran-Konflikt.
"Entscheidung in Kürze erwartet" ‬‒ Trump erwägt Truppenreduzierung in Deutschland© Urheberrechtlich geschützt

"Die Vereinigten Staaten prüfen derzeit eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen in Deutschland. Eine Entscheidung soll in Kürze getroffen werden." Mit dieser Meldung auf Truth Social versetzte US-Präsident Donald Trump die deutschen Medien in Aufruhr. Es wird unter anderem darauf hingewiesen, dass sich die US-Truppen in vielen deutschen Regionen zum festen Wirtschaftsfaktor entwickelt haben und Tausende von Arbeitsplätzen sichern.

Das Verhältnis zwischen Kanzler Friedrich Merz und US-Präsident Trump galt als vergleichsweise gut. So verzichtete Merz zunächst auf eine völkerrechtliche Bewertung des US-israelischen Angriffs auf die Islamische Republik Iran, um das Verhältnis zu Trump und Israel nicht zu belasten. Doch dann äußerte er scharfe Kritik am US-Vorgehen, vor allem im Hinblick auf die Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Bei einer Diskussion im Rahmen eines EU-Projekttags sprach er von fehlender Strategie, warnte vor einem unklaren Exit und betonte die hohen wirtschaftlichen Kosten für Deutschland. Zugleich forderte er ein schnelles Ende des Konflikts – ein Tonwechsel, nachdem er militärische Maßnahmen gegen Iran zuvor noch unterstützt hatte.

Trump reagierte prompt auf diese Kritik und attackierte Merz auf Truth Social. "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb er am Dienstag mit Blick auf den CDU-Vorsitzenden. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!". Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass Iran über Atomwaffen verfüge.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Damals hatte er einige Monate vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus angekündigt, er wolle 12.000 der damals rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Mehrere Tausend davon sollten innerhalb von Europa verlegt werden, andere in die USA zurückkehren. Trump beschrieb das Vorhaben damals als Strafe für die aus seiner Sicht zu geringen deutschen Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne dann nach seinem Amtsantritt.

Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs (Stand Mitte April) rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. Tausende Ortskräfte werden vom US-Militär beschäftigt, daneben hängen vor allem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern Tausende weitere Arbeitsplätze von den US-Truppen ab.

Aber vor allem bleiben die US-Stützpunkte in Europa und Deutschland der wichtigste Knotenpunkt für militärische Machtprojektion in Nordafrika, Eurasien und der Arktis. Sie dienen der Stationierung von Truppen, Waffen, Schiffen und Flugzeugen, Drohnen werden von dort aus gesteuert und auch Verletzte versorgt. In Deutschland gibt es neben dem Flugplatz Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz etwa das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart.

Viele Militäranalysten halten es für unwahrscheinlich, dass die USA den Machtverlust infolge eines Truppenabzugs freiwillig in Kauf nehmen, zumindest in absehbarer Zukunft. Friedensaktivisten in Deutschland und Europa fordern seit Jahrzehnten den Abzug der US-Streitkräfte, der Slogan "Ami go home" ist fester Bestandteil vieler Friedenskundgebungen. Eine Massenbewegung gegen die US-Stützpunkte gibt es allerdings nicht.

Noch im März hatte Donald Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten. "Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe", sagte der CDU-Vorsitzende in Washington nach einem Treffen mit Trump.

Mehr zum Thema ‬‒ Werden die USA aus der NATO austreten?

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.