
Pikantes Comeback: Maaßen als möglicher Innenminister in Sachsen-Anhalt

Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat sich in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit offen dafür gezeigt, nach einem möglichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt das Amt des Innenministers zu übernehmen. "Wenn es dem Land hilft, würde ich das machen", sagte der 63-Jährige. Damit rückt eine Personalie in den Vordergrund, die bereits intern in der AfD diskutiert wird – und bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt.
Gespräche mit AfD-Spitzenkandidat Siegmund
Maaßen bestätigte gegenüber der Zeit, mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bereits "das eine oder andere Mal" gesprochen zu haben. Dabei machte er deutlich, was er von einer möglichen AfD-Regierung erwartet: Wer ein guter Wahlkämpfer sei, sei nicht zwangsläufig auch ein guter Regierender. "Deshalb braucht er gute Leute um sich herum, die ihn unterstützen und professionell sind, damit das nicht zu einem Schiffbruch wird", so Maaßen.
Die AfD Sachsen-Anhalt wollte die Personalie offiziell nicht kommentieren. Mehrere einflussreiche Parteivertreter bestätigten gegenüber der Zeit jedoch, dass Maaßens Name intern kursiert. Einer von ihnen sagte:
"Hans-Georg Maaßen ist ein Name, der im Gespräch ist, ja."
AfD-Spitzenkandidat Siegmund selbst äußerte sich auf dem Kurznachrichtendienst X knapp:
"Namen wird es vor der Wahl nicht geben."

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Spitzenwerte für die AfD
Die Spekulation kommt nicht von ungefähr: Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Laut einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap liegt die AfD mit rund 41 Prozent der Stimmen nur noch knapp unter einer möglichen absoluten Mehrheit der Mandate. Alle übrigen Parteien, die voraussichtlich den Einzug in den Landtag schaffen würden – darunter CDU (26 Prozent), Linke (12 Prozent) und SPD (7 Prozent) – kämen zusammen auf etwa 45 Prozent. Grüne und BSW müssten laut aktuellen Prognosen um den Einzug ins Parlament bangen.
Vom Verfassungsschutzchef zum Verfassungsschutzfall
Maaßens Biografie ist bemerkenswert: Von 2012 bis 2018 leitete er das Bundesamt für Verfassungsschutz – jene Behörde, die heute Daten über ihn in ihrem Informationssystem führt und ihn dem Bereich Rechtsextremismus zuordnet. Gegen diese Einstufung hat Maaßen Klage eingereicht.
Den Abgang aus dem Amt hatte 2018 eine politische Kontroverse um seine Zweifel an der Echtheit von Videos ausgelöst, die nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz kursierten und die angeblich Hetzjagden auf Migranten zeigten. In den folgenden Jahren äußerte er sich wiederholt kritisch gegenüber den Positionen der Altparteien – einschließlich der CDU, deren Mitglied er mehr als 30 Jahre lang war. Anfang 2024 verließ er die Partei mit der Begründung, sie sei zu einer "Variante sozialistischer Parteien" geworden.
Seine anschließend gegründete Partei WerteUnion konnte bei keiner Landtagswahl mehr als 0,2 Prozent der Stimmen erzielen. Im Oktober 2025 trat Maaßen auch aus diesem Projekt aus. Gegenüber der Jungen Freiheit hatte er damals nicht ausgeschlossen, sich künftig für die AfD zu engagieren.
Kritik aus der SPD-Bundestagsfraktion
Die Perspektive, dass ein vom Verfassungsschutz beobachteter Politiker das Innenministerium eines Bundeslandes übernehmen könnte, ruft politischen Widerspruch bei Vertretern der Altparteien hervor. Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, warnte vor den Folgen für die Sicherheitsarchitektur Deutschlands:
"Wenn Rechtsextreme an der Macht sind, sollten sie idealerweise nicht wissen, wer von ihnen vom Verfassungsschutz beobachtet wurde."
Nachrichtendienste und Polizei müssten dann sorgfältig abwägen, welche Informationen einer solchen Regierung zugänglich gemacht werden, so Fiedler weiter.
Ob er tatsächlich gefragt worden sei, das Amt zu übernehmen, ließ Maaßen indes offen. Sein Kommentar dazu:
"Ulrich Siegmund wird das entscheiden."
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