
40 Festplatten mit 1,7 Millionen Dateien: Ermittlungen gegen SPD-Richter wegen Kinderpornografie

Nach polizeilichen Ermittlungen und dem Fund von 1,7 Millionen Dateien mit Darstellungen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern auf den Geräten des Beschuldigten wird sich ein Richter bald auf der Anklagebank wiederfinden. Der Mann lebt laut Medienberichten in Niedersachsen und war nach MDR-Informationen an mehreren Thüringer Gerichten tätig, unter anderem am Verwaltungsgericht Weimar, als stellvertretendes Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichtshofs und zuletzt am Sozialgericht Nordhausen. Aktuell sei der 62-Jährige krankgeschrieben.
Die Staatsanwaltschaft Hannover hat den Mann, Richter mit SPD-Parteibuch, wegen nachweislichen Besitzes von Kinderpornografie mittlerweile angeklagt (AZ: 8563 Js 67 668/23), so die Bild nach Anfrage bei den zuständigen Behörden (Bezahlschranke). Laut den Ermittlern wurden zuvor auf "privaten Geräten 1,7 Millionen Dateien" gesichert, verteilt auf 40 Festplatten, auf denen Kinder zu sehen waren, die "sexuell schwer missbraucht werden".

Es dürfte laut Bild-Recherche "einer der größten Funde bei einer einzelnen Person in Niedersachsen gewesen sein". Laut der Staatsanwaltschaft wird dem Mann nun vorgeworfen, "im Besitz von kinder- und jugendpornografischen Schriften zu sein", so eine Sprecherin des Landgerichts Hannover zur Anklageschrift.
Derzeit werde geprüft, ob ein Hauptverfahren eröffnet werde. Der 62-Jährige befindet sich laut Bild nicht in Haft, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Ermittler hätten dabei im August 2024 die Wohnung des Juristen durchsucht. Dabei wurden dann "unzählige Bilder und Videos entdeckt", die den sexuellen Missbrauch von Kindern dokumentierten. Die Dateien waren dabei auf Dutzende "Festplatten, Datensticks und Laptops verteilt" gewesen.
X-Nutzer fragten "Grok" nach Bekanntwerden und Recherche zu den Medienberichten, ob es sich bei dem mehrfach erwähnten Thomas N. um eine Person aus einem X-Beitrag der SPD Thüringen aus dem Jahr 2009 handeln könne.
Listenplätze: 21 Thomas Notzke / 22 Dagmar Becker / 23 Andreas Räuber / 24 Sigrid Müller / 25 Thomas Schmidt / 26 Frank Warnecke
— SPD Thüringen (@SPDThueringen) March 7, 2009
Die Grok-Antwort lautete:
"Ja, Thomas Notzke (geb. 1963) ist Richter in Thüringen, lebt in der Region Braunschweig/Niedersachsen, kandidierte 2009 für die SPD auf Platz 21 der Liste für den Thüringer Landtag, war Mitglied der Bundesschlichtungskommission und stellvertretendes Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichts. Alle Angaben aus dem Bild-Bericht stimmen überein."
Das Thüringer Justizministerium wollte sich auf MDR-Anfrage "zu dem Fall nicht äußern". Der Richter war laut Artikel "lange in der SPD aktiv". Nach Angaben des Thüringer SPD-Landesverbandes gehörte er zuletzt jedoch dem Landesverband Niedersachsen an und sei seit 2024 kein Parteimitglied mehr.
Zuvor wurde Notzke dabei noch laut SPD-Webseite auf dem Bundesparteitag im Dezember 2023 als aktives Mitglied in eine leitende Kommission gewählt. So heißt es, dass neben "dem Vorsitzenden Thorsten Jobs und den stellvertretenden Vorsitzenden Rosanna Sieveking und Heike Werner" Notzke als "Mitglied der neu gewählten Bundesschiedskommission" bestätigt gelistet wurde.
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