Deutschland

Bundeswehr-Rekrut bei Sportausbildung ums Leben gekommen

Diese Woche hat sich ein tragischer Vorfall bei den Gebirgsjägern der Bundeswehr in Mittenwald ereignet. Während einer Sportübung brach ein junger Rekrut zusammen. Trotz einer Reanimation verstarb der 23-Jährige noch am selben Tag in einem bayerischen Krankenhaus.
Bundeswehr-Rekrut bei Sportausbildung ums Leben gekommen© Verband der Gebirgstruppe e. V./facebook

Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist es am vergangenen Montag zu einem Todesfall in der Bundeswehr gekommen. Die Bundeswehr gab den Vorfall erst am Donnerstag bekannt. Demnach kam ein 23-jähriger Rekrut des in Mittenwald stationierten Gebirgsjägerbataillons 233 im Rahmen einer sportlichen Ausbildung zu Tode.

Mittenwald liegt in Oberbayern in den bayerischen Alpen. Die im bairischen Dialekt auch als "Mittenwalder Jager" bezeichnete Einheit umfasst laut Bundeswehrangaben rund 880 Soldaten und ist der Gebirgsjägerbrigade 23 "Bayern" unterstellt.

Es handelt sich zwar um keine Spezialeinheit im eigentlichen Sinne, dennoch gelten die Gebirgsjäger aufgrund ihrer Spezialisierung auf Einsätze in schwierigem Gebirgsgelände und unter extremen Wetterbedingungen als Eliteeinheit. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an die körperlichen Voraussetzungen, die die Bewerber mitbringen müssen. Meist haben sie den höchsten Tauglichkeitsgrad T1.

Wie der Bayerische Rundfunk in Erfahrung brachte, hatte der verstorbene Gebirgsjäger seinen Dienst erst zum 1. Oktober 2026 angetreten, befand sich also am Anfang seiner Ausbildung. Der 23-Jährige soll während einer Sportübung der 6. Kompanie einen Schwächeanfall erlitten haben und zusammengebrochen sein.

Seine Ausbilder leisteten den Presseberichten zufolge die sanitätsdienstliche Erstversorgung, bis der Rekrut in das örtliche Sanitätszentrum der Bundeswehr in der Mittenwalder Edelweiß-Kaserne verbracht wurde. Dort musste der Sanitäter eine Reanimation vornehmen. Die Bundeswehr soll sofort zivile Rettungskräfte alarmiert und den Transport in das örtliche Krankenhaus veranlasst haben. Doch der junge Mann war offenbar nicht mehr zu retten. Er verstarb noch am selben Abend im Beisein seiner Familie im Krankenhaus von Garmisch-Partenkirchen.

Die übergeordnete Gebirgsjägerbrigade 23 hat in einer Pressemitteilung erklärt, dass der Vorfall "mit allem Nachdruck und in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden untersucht" werde. Man sei tief betroffen über den Tod des Soldaten. Sowohl den Angehörigen als auch den um ihren Kameraden trauernden Bundeswehrsoldaten stehe eine Betreuung durch das Psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr zur Verfügung.

Der Tod des Rekruten weckt Erinnerungen an einen Vorfall vom Juli 2017 im niedersächsischen Munster. Damals waren während eines Übungsmarsches bei sommerlichen Temperaturen vier Offiziersanwärter des Heeres kollabiert. Einer der Betroffenen verstarb einige Tage später, ein anderer hatte mit schwerwiegenden gesundheitlichen Langzeitschäden zu kämpfen. Zwei weitere Soldaten benötigten einen Reha-Aufenthalt. Es kam in der Folge zu einem Strafverfahren vor dem Amtsgericht Soltau gegen die verantwortliche Ausbilderin.

Seither achtet die Bundeswehr stärker auf Anzeichen einer Überforderung bei ihren Rekruten. Ob der jetzt in Mittenwald verstorbene Soldat das Opfer einer Überlastung wurde und ob er zuvor Beschwerden über seinen Gesundheitszustand geäußert hatte, ist bisher unklar.

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