
China-Flaute und Iran-Krieg: Mercedes senkt Gewinnprognose deutlich

Mercedes-Benz senkt seine Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich. Wie der DAX-Konzern am Dienstag in einer Pflichtmitteilung bekannt gab, rechnet er nun nur noch mit einem Gewinn auf Vorjahresniveau. Bislang hatte der Autobauer einen Gewinnanstieg von mindestens 15 Prozent in Aussicht gestellt.
Ein Gewinn auf Vorjahresniveau entspricht bei Mercedes einer Veränderung von höchstens fünf Prozent nach oben oder unten. 2025 hatte der Konzern vor Zinsen und Steuern (Ebit) 5,8 Milliarden Euro verdient. Analysten hatten bereits mit einer Gewinnwarnung gerechnet. Das berichtet das Handelsblatt am Dienstag.

Die Mercedes-Aktie verlor nach Bekanntgabe der Mitteilung zeitweise mehr als fünf Prozent. Damit war sie am Dienstagmittag der größte Verlierer im DAX. Es war der stärkste Kursrückgang seit gut einem Monat.
Mercedes begründete die Gewinnwarnung mit dem "zunehmend herausfordernden Marktumfeld in China". Zudem rechnet der Konzern im vierten Quartal mit höheren Kosten, unter anderem für Material.
Mercedes leidet unter dem schwachen Chinageschäft: Die Auslieferungen in der Volksrepublik brachen in den ersten neun Monaten um 29 Prozent ein. China war lange ein wichtiger Gewinnbringer für den Konzern. Der Gesamtmarkt schrumpfte in diesem Jahr um mehr als ein Fünftel – unter anderem wegen hoher Spritpreise infolge des Iran-Krieges und auslaufender Förderungen für Elektroautos. Zudem leidet Mercedes unter der Schwäche des Verbrennermarkts und den aus Sicht vieler chinesischer Kunden hohen Preisen seiner Modelle.
Bereits im Juni hatte BMW seine Gewinnerwartungen gesenkt, Mitte September folgte Volkswagen mit einer Kürzung der Jahresprognose. Die Entwicklung zeigt, wie China für deutsche Autobauer vom Gewinnbringer zum Problem wird.
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