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Ukraine stoppt Gastransit von Russland in die EU über die Station Sochranowka

Ab dem morgigen Mittwoch wird die Ukraine den Gastransit in Richtung EU von der Verteilerstation Sochranowka aus nicht mehr bedienen. Allerdings könne sie ihre Lieferverpflichtungen gegenüber den EU-Ländern in vollem Umfang erfüllen. Dazu würden Kapazitäten innerhalb der Ukraine umgeleitet, so der Gastransportbetreiber des Landes.
Ukraine stoppt Gastransit von Russland in die EU über die Station SochranowkaQuelle: AFP © Sergei SUPINSKY / AFP

Wie die russische Nachrichtenagentur TASS meldet, wird der ukrainische Gasfernleitungsbetreiber OGTS den Gastransit in Richtung EU über die Gasverteilerstation Sochranowka in der Region Lugansk ab Mittwoch einstellen. Das teilte der Betreiber am Dienstag in einer Erklärung auf seiner Website mit.

"OGTS teilt mit, dass ab 07:00 Uhr (Moskauer Zeit) am 11. Mai 2022 die Gasaufnahme in das ukrainische GTS am physischen Anschlusspunkt 'Sochranowka' nicht mehr durchgeführt wird", heißt es in der Erklärung.

Der Betreiber berichtet, dass "Umstände höherer Gewalt" eingetreten seien, die es unmöglich machten, Gas durch die Sochranowka-Pipeline und die Nowopskow-Grenzverdichterstation weiterzutransportieren, die unter russischer Kontrolle stünden.

Der Betreiber weist darauf hin, dass die Nowopskow-Verdichterstation die erste der ukrainischen Gas-Verdichterstationen in der Region Lugansk ist, über die fast ein Drittel des Gases (bis zu 32,6 Mio. Kubikmeter pro Tag) aus Russland in die EU geleitet wird. Das Unternehmen fügte hinzu:

"Um die Transitverpflichtungen gegenüber den europäischen Partnern in vollem Umfang zu erfüllen, ist es möglich, vorübergehend nicht verfügbare Kapazitäten vom physischen Anbindungspunkt Sochranowka auf den physischen Anbindungspunkt Sudscha zu übertragen, der sich auf ukrainisch kontrolliertem Gebiet befindet."

Das Unternehmen fügte hinzu, dass seine Mitarbeiter derzeit nicht in der Lage seien, "die betriebliche und technische Kontrolle über die Nowopskow-Verdichterstation und andere Anlagen in diesen Gebieten auszuüben".

Am 2. Mai hatte Gazprom kein Gas bestellt, das im dritten Quartal 2022 über die Jamal-Europa-Pipeline durch Polen gepumpt werden soll, während die Auktion zur Buchung zusätzlicher Gastransitkapazitäten durch die Ukraine für denselben Zeitraum abgesagt wurde, da der ukrainische Pipeline-Betreiber keine zusätzlichen Transitkapazitäten für das dritte Quartal über die Gasverteilerstationen Sudscha und Sochranowka angeboten hatte. Die Ausschreibung sollte zusätzlich zur Reservierung auf der Grundlage eines langfristigen Vertrags über 40 Mrd. Kubikmeter pro Jahr (etwa 109,5 Mio. Kubikmeter pro Tag) erfolgen.

Die russische Holding hatte seit neun Monaten keine zusätzlichen Kapazitäten für den Erdgastransit durch die Ukraine gebucht, da hierfür – solange die Jamal-Pipeline genutzt werden konnte – offenkundig keine Veranlassung bestand.

Unterdessen meldet die russische Agentur Interfax, die russische Seite bestreite, dass der ukrainische Pipeline-Betreiber in Bezug auf einen Teil seiner Transitkapazitäten Gründe für höhere Gewalt beim Gastransit geltend machen könne. Das russische Unternehmen lehne auch die Idee einer Verlagerung der betreffenden Mengen auf eine andere Strecke als technisch unmöglich ab.

Gazprom-Sprecher Sergei Kuprijanow erklärte:

"Gazprom hat heute eine offizielle Mitteilung des ukrainischen Gasfernleitungsnetzbetreibers erhalten, dass die ukrainische Seite unter Berufung auf höhere Gewalt die Annahme von Gas für den Transit durch die ukrainische Station Sochranowka ab dem 11. Mai um 7 Uhr morgens einstellt, Nominierungen für den Transport abgelehnt werden und die Gasannahme nicht erfolgt. Der Leitungsbetreiber schlägt vor, alle Transitmengen über die Gasmessstation Sudscha zu übertragen."

Bereits am 9. März hatte der Erste Stellvertretende Energieminister der Russischen Föderation Pawel Sorokin festgestellt, dass die Verdichterstation Nowopskow unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte steht. Seither wurde die Übernahme des russischen Gases für den Transit in gleichem Umfang ohne Probleme fortgesetzt.

Kuprijanow fügte hinzu, dass "gleichzeitig eine Mitteilung von 'Naftogaz Ukrainy' einging, dass die Mengen an den Ausspeisepunkten des ukrainischen Leitungsnetzes [Richtung EU – Anm. d. Red.] entsprechend reduziert würden, falls das Gas von russischer Seite weiter an die Station Sochranowka gepumpt wird".

Gazprom ist der Auffassung, dass keine höhere Gewalt vorliegt, und sieht keine Hindernisse für den Gastransit in bisheriger Form. Die ukrainischen Spezialisten hätten in der Zwischenzeit weiter ruhig an den Kompressorstationen in Sochranowka und Nowopskow gearbeitet. Beschwerden habe es von keiner Seite gegeben. Er betonte:

"Gazprom erfüllt alle seine Verpflichtungen gegenüber den europäischen Verbrauchern, liefert Gas für den Transit in Übereinstimmung mit dem Vertrag und der Betreibervereinbarung, und die Transitleistungen wurden vollständig bezahlt. Es ist technisch nicht möglich, Mengen an die Station Sudscha auf der Grundlage des russischen Flussschemas zu übertragen. Die Aufteilung der Mengen ist in der Kooperationsvereinbarung vom 30. Dezember 2019 klar festgelegt, und die ukrainische Seite ist sich dessen sehr wohl bewusst."

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