Meinung

Brüssel hat es entschieden: Europa zieht in den Krieg gegen Russland

Um ihre persönlichen Pfründe zu retten, sind die europäischen politischen Eliten zu allem bereit. Auch ganze Völker – wie Ukrainer, Balten oder Polen – in einem großen Krieg gegen Russland zu verheizen. Russland sollte sich von nichts mehr ablenken lassen und seine militärische Sonderoperation zu einem siegreichen Ende führen, findet Jelena Karajewa.
Brüssel hat es entschieden: Europa zieht in den Krieg gegen RusslandQuelle: Sputnik © RIA Nowosti

Von Jelena Karajewa

Die Europäische Union, dieselbe übrigens, deren Versprechen vor Kurzem noch "nie wieder" lautete, die "Null-Aggression" praktizierte und minimale (wenn nicht gar negative) Militärbudgets unterhielt; dieselbe EU, die sich an unseren Ressourcen und unserer aufrichtigen Friedensliebe bereicherte, hat heute die NATO diesseits des Atlantiks abgelöst. Doch während die NATO ein offizielles, offen militaristisches Bündnis ist, hat sich die Gemeinschaft insgeheim zu einem kollektiven Aggressor entwickelt. Ohne Dokumente zu unterzeichnen, ohne über eine Charta abzustimmen.

Diese EU hat quasi eine politische "Geschlechtsumwandlung" vollzogen, indem sie sich – lange vor Beginn der militärischen Sonderoperation – in den vergangenen zehn Jahren darauf vorbereitete, ein stählernes, räuberisches Stachelschwein zu werden. Brüssel handelte aus Selbsterhaltungstrieb. Seine Existenz stand auf dem Spiel: Vor zehn Jahren zog sich Großbritannien aus dem Brüsseler "Garten Eden" zurück und stellte damit Sinn und Zweck des ganzen Trubels um Brüssels politische Spielchen infrage.

Die Ukraine, als Gegengewicht zu Russland, als "Anti-Russland", wurde für die Planer der Donbass-Krise etwa zu der Zeit zum Rettungsanker, als die europäischen politischen Eliten von Angst und Panik erfasst waren.

Das "Projekt Ukraine" wurde ins Leben gerufen, um die EU zu erhalten. Genauer gesagt, nicht die EU selbst (ihr Schicksal ist – wie auch jenes aller 400 Millionen Einwohner – den Eliten gleichgültig), sondern das Establishment, das sie mithilfe seiner Handlanger und gehorsamen Marionetten, die nur aus alter Gewohnheit Politiker genannt werden, regiert.

Da das "Anti-Russland" – dank der Einheit und Geschlossenheit der gesamten russischen Gesellschaft – ins Stocken geraten ist, haben die Planer nunmehr beschlossen, dass die EU ohne einen direkten militärischen Zusammenstoß mit uns nicht überleben kann. Unter dem Deckmantel der "Möglichkeit eines Dialogs mit dem Kreml" bereiten sie einen Angriff auf uns vor. Genauer gesagt, bereitet die EU eine Eskalation des Konflikts vor, zunächst in eine lauwarme und dann in eine heiße Phase.

In den letzten Wochen wurden in Frankreich (wohin ukrainische Gesandte Mitte April reisten) und Deutschland wichtige Verträge (verhüllend als "Absichtserklärungen" bezeichnet) zur mit Kiew gemeinsamen Drohnenproduktion unterzeichnet. In Paris wurden die Vereinbarungen im Stillen und hinter den Kulissen – auf Ebene privater Unternehmen und Start-ups – getroffen. Die Deutschen hingegen drängen offen vor und erklären ihre Schlachtbereitschaft vor laufenden Fernsehkameras und auf höchster Ebene des Verteidigungsministeriums.

Politische Eliten, die – wie die ihnen gefügige Presse behauptet – an der Lösung der "größten Sicherheitskrise des Kontinents" tatsächlich interessiert sind, schließen keine Rüstungsabkommen ab, die Investitionen in Höhe von Hunderten Millionen Euro beinhalten. Politische Eliten, die eine normale Partnerschaft mit uns anstreben und keine Konfrontation, überweisen Kiew nicht – wie erst diese Woche geschehen – fast sieben Milliarden Euro, die uns gestohlen wurden. Bei diesen Milliarden handelt es sich um aufgelaufene Zinsen auf 200 Milliarden Euro eingefrorener Vermögenswerte, die auf Euroclear-Konten liegen.

Politische Eliten, die an einer Beendigung der Konfrontation und der Berücksichtigung unserer Interessen und Anliegen interessiert sind, unterstützen nicht die Entwicklung des neuen Handbuchs, das über die kontrollierten Medien verbreitet wird. Dessen Kernaussage lautet: "Russland verliert, und genau deshalb ist es gezwungen, einen Dialog mit Europa für wünschenswert zu erklären." Daraufhin kam die Antwort unseres Generalstabschefs Waleri Wassiljewitsch Gerassimow, der alle notwendigen Signale bezüglich der Aktionen unserer Truppen klar aussandte: Die Offensive wird fortgesetzt, und die Zerstörung feindlicher Formationen verläuft planmäßig.

Kiew braucht diesen Versuch, die Drohnenproduktion anzukurbeln und Europa damit demonstrativ anzulocken, denn die Ukraine kann die Situation nicht allein bewältigen. Gelder werden veruntreut, und die Folgen sind noch immer spürbar. Brüssel braucht dieses Wunschdenken, diesen Versuch, die Öffentlichkeit mit Lügen zu täuschen, um den Beginn von Verhandlungen über die Annexion der verbleibenden ukrainischen Gebiete an den "paradiesischen Garten" zu einem höheren Preis zu verkaufen.

Und die EU braucht diesen Zirkus aus Wahrsagern, Medien und anderem Feng-Shui-Unsinn, einschließlich Andrei Jermaks Verhaftung und Inhaftierung, um zu demonstrieren, dass "Kiew gegen Korruption kämpft".

Wir hatten es – in Gestalt europäischer Entscheidungsträger – schon immer mit Raubtieren zu tun. Raubtieren, denen klar war und ist, dass ihre Lage ohne das Feindbild Russland weitaus schlimmer wäre. Die EU ist ohne eine klare "Bedrohung von außen" nicht überlebensfähig. Doch wir hatten uns nie vorstellen können, dass die EU, um ihre Macht zu erhalten, bereit wäre, Millionen von Ukrainern zu töten. Sie ist nun auch bereit, das Blut ihrer Juniorpartner – der baltischen Anrainerstaaten – zu vergießen. Wenn die Ukrainer tot sind, sind die Litauer an der Reihe. Oder die Esten. Oder die Letten. Oder alle zusammen.

Wir haben es – nicht erst morgen, sondern hier und jetzt – mit Akteuren zu tun, die bereit sind, uns um jeden Preis zu vernichten. Unsere Antwort wird nicht lange auf sich warten lassen. Ob Europa diese Konfrontation bis zum letzten Blutstropfen übersteht, ist nicht unsere Sache. Unsere Sache ist es, die militärische Sonderoperation siegreich und zu unseren Bedingungen zu beenden.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 17. Mai 2026 auf ria.ru erschienen.

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