Nordamerika

Wall Street Journal: Zu spät, um US-Raketenproduktion zu erhöhen

Die US-Truppen sollen etwa die Hälfte ihrer Patriot-Abfangraketen und mehr als 1.000 Tomahawks im Iran-Krieg verbraucht haben. Die Investitionen in erweiterte Produktionsanlagen brauchen Jahre, bis sie zu mehr Raketen führen.
Wall Street Journal: Zu spät, um US-Raketenproduktion zu erhöhen© Urheberrechtlich geschützt

Die USA stehen vor einer größeren Hürde, entscheidende Raketenvorräte wieder aufzufüllen, nachdem sie im Iran-Krieg enorme Mengen Tomahawks und Patriot-Abfangraketen verbraucht haben, berichtete das Wall Street Journal (WSJ) am Sonntag. Nach diesem Bericht kommt der Versuch, die Produktion zu erhöhen, "zu spät", da die Industrie durch Jahre zu geringer Investitionen ausgehöhlt sei.

Die USA verschossen mehr als 1.000 Tomahawk-Lenkraketen, oder etwa ein Drittel ihres Vorkriegsarsenals, auf Ziele in Iran, schätzte das Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) Ende Mai und fügte hinzu, mit einer Wiederauffüllung der Bestände sei erst Ende des Jahres 2030 oder Anfang 2031 zu rechnen.

Das CSIS schätze außerdem, Washington habe rund die Hälfte seiner hoch entwickelten Patriot-Abwehrraketen verbraucht, und Ende Juli habe der Bestand unter 1.000 Stück gelegen.

Angesichts der Knappheit geben Rüstungsunternehmen Milliarden US-Dollar für Fabriken und erweiterte Produktionskapazitäten aus, aber, so berichtete das Wall Street Journal, diese Investitionen müssten sich erst in höhere Erträge umsetzen, und die zusätzlichen Raketen würden zu spät eintreffen, um die US-Bestände für jeden Konflikt in den nächsten Jahren zu verbessern.

"Verteidigungsminister haben dicke Geldbeutel – sie gehen in die Läden, und da sind die Regale leer", sagte Rob Bauer, ehemaliger Chef des NATO-Militärkomitees, zum WSJ.

Nach diesem Bericht gab es das Problem bereits vor dem Iran-Krieg. Eine Studie, die die wissenschaftliche Beratungskommission der Armee nach der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 begann, ergab, dass die industrielle Basis der Munitionsproduktion in den USA ausgehöhlt worden war. "Es ist ein Wunder, dass wir überhaupt etwas haben, das explodiert", sagte Mackenzie Eaglen, die die Studie mit koordiniert hat, zum WSJ.

Die Bestellungen des Pentagons für die Fabrik in Tucson, Arizona – eine der wichtigsten für die Produktion von Tomahawks – gingen so weit zurück, dass die Produktionslinie der Raketen fast völlig stillgelegt wurde. Im August erhielt die Fabrik eine Bestellung über 23 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von sieben Jahren, aber die Vertragsverhandlungen dauerten über ein Jahr und die endgültige Fassung wartet noch auf die Zustimmung des Kongresses.

Washington hat im Rahmen der Initiative "Arsenal der Freiheit" auch RTX einen provisorischen Mehrjahresvertrag in Höhe von 20,7 Milliarden US-Dollar für AMRAAM-Mittelstreckenraketen zugeteilt. RTX erklärte zuvor, sie hätten im Verlauf der letzten drei Jahre etwa 900 Millionen US-Dollar in drei Raketenproduktionsanlagen gesteckt.

Anfang des Jahres schloss das Pentagon auch einen Vertrag über Patriot-Abfangraketen über 58,6 Milliarden US-Dollar mit Lockheed Martin.

Der Iran-Krieg kam das Pentagon teuer zu stehen; eine Schätzung des US-Central Command schätzte die Ausgaben bis Anfang September auf insgesamt 43,6 Milliarden, davon 28,1 Milliarden, um die verbrauchte Munition zu ersetzen. Anonyme Vertreter der US-Regierung erklärten jedoch gegenüber NBC im Juli, die Gesamtkosten könnten sich den 100 Milliarden nähern, wenn man beschädigte Stützpunkte und zerstörte Flugzeuge mit einrechne.

Mehr zum Thema – Washington kann Geld drucken, aber keine Raketen: Amerikas Raketenabwehr am Limit

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.