Russland

FSB-Festnahme in Chabarowsk – Russischer Bürger spionierte für Neuseeland

Ein russischer Bürger, der für neuseeländische Geheimdienste spionierte. Was zunächst nach Nonsens klingt, wird sofort logisch, wenn man bedenkt, dass Neuseeland der Geheimdienst-Allianz Five Eyes angehört – zusammen mit den USA und Großbritannien.

Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat die illegalen Aktivitäten eines russischen Staatsbürgers, der des Hochverrats verdächtigt wird, aufgedeckt und gestoppt. Der Einwohner von Chabarowsk, einer Fernostregion Russlands, spionierte für Neuseeland, vermeldet das FSB-Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit – das Land ist Mitglied der geheimdienstlichen Allianz Five Eyes zusammen mit den USA und Großbritannien:

"Es wurde festgestellt, dass ein im Jahr 1971 geborener Einwohner von Chabarowsk proaktiv Kontakt zu Vertretern des neuseeländischen Sicherheits- und Nachrichtendienstes (New Zealand Security Intelligence Service, NZSIS) aufnahm, einem Mitglied der Geheimdienstallianz 'Five Eyes' (USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland). Aus Motiven der Selbstbereicherung und im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes übermittelte er diesem über ausländische E-Mail-Dienste und Messenger-Apps Informationen, die gegen die Sicherheit der Russischen Föderation verwendet werden könnten."

Der Festgenommene nahm proaktiv Kontakt zu Vertretern des NZSIS auf. Der neuseeländische Geheimdienst wollte von ihm Daten über die militärische und militärisch-technische Zusammenarbeit Russlands mit Ländern im asiatisch-pazifischen Raum erhalten, erklärte ein FSB-Ermittler in einem vom russischen Geheimdienst veröffentlichten Video. Er vermerkt, ein charakteristisches Merkmal der Geheimdienstaktivitäten der Five Eyes sei es, Bedingungen für "Initiativspionage" zu schaffen – durch die Veröffentlichung relevanter Werbematerialien im Internet.

Der missglückte Spion habe die Fähigkeiten des russischen FSB im Bereich der Spionageabwehr massiv unterschätzt und sei schließlich verhaftet worden, kommentierte Oleg Matwejew, Spezialist für Geschichte von Geheimdiensten, Experte am Nationalen Zentrum für Historische Erinnerung beim Präsidenten der Russischen Föderation und Ehrenoffizier der Spionageabwehr, gegenüber RIA Nowosti.  

Das vom FSB veröffentlichte Video zeigt die Durchsuchung der Wohnung des Festgenommenen. Dabei wurde ein Umschlag mit etwa zwei Dutzend Bündeln Dollarscheinen gefunden, die jeweils mit einem Nennwert von 5.000 US-Dollar gekennzeichnet waren. Die Gesamtsumme des gefundenen Bargelds beträgt somit mindestens 100.000 US-Dollar.

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