Europa

Frankreich: Linksextremist Haupttatverdächtiger für Brandanschlag auf Rathaus in Limoges

Nach dem verheerenden Brand im Rathaus von Limoges wurde nach wenigen Tagen laut französischen Medien ein Hauptverdächtiger aufgrund von Videobeweisen festgenommen. Der 34-Jährige sei aktenkundig vorbestraft und "Aktivist der extremen Linken".
Frankreich: Linksextremist Haupttatverdächtiger für Brandanschlag auf Rathaus in Limoges© Urheberrechtlich geschützt

Im dringenden Tatverdacht, an der mutwilligen Brandstiftung im Rathaus von Limoges wesentlich beteiligt gewesen zu sein, wurde am gestrigen Morgen rund fünfzig Kilometer vom Tatort entfernt, ein laut französischen Medien aktenkundiger Linksextremist durch Spezialeinsatzkräfte festgenommen. Der Vorwurf lautet an den 34-Jährigen, am Rande von eskalierenden Protesten "gegen hohe Lebenshaltungskosten" das historische Gebäude in Brand gesetzt zu haben.

Am vergangenen Samstag zündeten maskierte Randalierer am Rande von eskalierenden Demonstrationen im südwestfranzösischen Limoges das prächtige, unter Denkmalschutz stehende Rathaus an. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert brannte dabei vollständig aus, wobei Videoaufnahmen von dem Einsturz des Glockenturms für internationales Entsetzen sorgten.

Dabei sorgte das Ereignis nicht nur in der 130.000-Einwohner-Stadt für Empörung. Das brennende Rathaus wurde dabei landesweit und international zum Symbol der jüngsten Gewaltexzesse in Frankreich, die sich von anfänglichen "Schülerprotesten" hin zu teils gezielten Angriffen gegen staatliche Einrichtungen und generellem Vandalismus dynamisierten.

Ausgehend von gesicherten Videoaufnahmen wurde nun nach drei Tagen Ermittlungen am Dienstagmorgen ein Hauptverdächtiger in der Gemeinde Val-d’Issoire (Haute-Vienne) von der Spezialeinheit RAID festgenommen.

Der 34-Jährige wird laut Medienberichten als "behördenbekannter Aktivist der extremen Linken" beschrieben. Er wurde demnach bereits zuvor von den Sicherheitsbehörden erfasst, unter anderem im Rahmen "eines Gewaltdelikts gegen einen Polizisten bei einer Demonstration". Zudem soll der Tatverdächtige "über zahlreiche Verbindungen zur extremen Linken in der gesamten Haute-Vienne verfügen", so der Sender TF1 berichtend.

Laut Behördenangaben versammelten sich am vergangenen Samstag bei der Demonstration rund 5.000 Menschen, darunter nach Polizeiangaben "mehrere hundert radikalisierte und extrem gewalttätige Personen", zitiert Le Parisien.

Im Verlauf der Ereignisse kam es dann zu heftigen Zusammenstößen mit Ordnungskräften, insbesondere vor dem Rathaus, das zum wesentlichen Ziel der Angriffe wurde. Einige Personen zerschlugen dabei Fensterscheiben, um ins Innere einzudringen und dort Feuer zu legen. Parallel wurden zahlreiche Geschäfte in der Innenstadt geplündert.

Der Bürgermeister von Limoges, Guillaume Guérin, warf am Tag nach den Ereignissen der Regierung Macron Versagen vor. Die Polizei habe "nicht genügend Mittel" gehabt und sei final vor den Randalierern zurückgewichen, so die Kritik. Er forderte daher laut Medien, der Staat solle nun das Rathaus wieder aufbauen.

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