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Schongau: Auch dieser Täter war bereits polizeibekannt

Es war Glück, dass der Amoklauf in Schongau nicht schlimmer endete ‒ die Schusswaffe, die der Jugendliche dabei hatte, funktionierte nicht richtig. Aber die Vorgeschichte wird Anlass zu Debatten geben. Er hatte nämlich bereits mit einem Amoklauf gedroht.
Schongau: Auch dieser Täter war bereits polizeibekannt© Urheberrechtlich geschützt

Heute wurde offiziell bestätigt, was gestern bereits zu befürchten war: Der Amoklauf im Schongauer Welfen-Gymnasium, bei dem zwei 13-jährige Mädchen durch mehrere Stiche in die Brust verletzt wurden, und ein Vorfall vom Ende des vergangenen Jahres stehen miteinander in Zusammenhang.

Damals war bekannt geworden, dass, wie der Merkur berichtete, "einige Schüler der Mittelstufe am Schongauer Welfen-Gymnasium von einem Mitschüler über ihre Schul-iPads Nachrichten mit pornografischem und gewaltverherrlichendem Inhalt" erhielten. "Sie wandten sich an eine Lehrkraft. In der Folge wurden sie verbal mit dem Tod bedroht, zudem wurde verbal ein Amoklauf angekündigt."

Der Versender dieser Nachrichten war eben jener 16-jährige Kroate, der nun nach dem Amoklauf festgenommen wurde. Damals wurde er bis zu den Weihnachtsferien vom Unterricht ausgeschlossen. Es gab eine "Gefährderansprache" durch die Polizei bei ihm zu Hause. "Wir werden alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um hier keine Gefahrenlage entstehen zu lassen", erklärte der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Schongau.

Weiter hieß es damals, das Gymnasium habe alle zuständigen Stellen informiert. Auch das Jugendamt wurde eingeschaltet.

In der aktuellen Presseerklärung der Bayerischen Polizei liest sich das so:

"Der 16-jährige kroatische Staatsangehörige war den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Wegen zweier Vorfälle aus dem Jahr 2025 wird gegen ihn bei der Staatsanwaltschaft München II ein Ermittlungsverfahren geführt, weil er u.a. Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben soll. Haftgründe lagen in diesem Ermittlungsverfahren zu keinem Zeitpunkt vor."

Zum Zeitpunkt der Tat war er an einer neuen Schule angemeldet. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann war er in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung. Allerdings haben offenkundig alle Maßnahmen die Tat nicht verhindern können.

Dabei hatten die Opfer noch Glück im Unglück: zum einen, weil die Schusswaffe, die der Jugendliche bei sich hatte, nach dem ersten Schuss versagt hat ‒ es wird geprüft, ob sie aus einem 3D-Drucker stammt. Er hatte sie in einem Rucksack in der Nähe der Schule zurückgelassen. Zum anderen, weil den beiden Mädchen, die er angegriffen hatte, von Mitschülern Erste Hilfe geleistet wurde, die ihnen vermutlich das Leben rettete.

Die zwei Mädchen waren nicht, wie anfänglich zu vermuten, in der Schule verletzt worden, sondern auf dem Weg von der Schule zur Bushaltestelle ‒ sie seien eher zufällig Opfer geworden. Als sich nach dem Feueralarm, der in der Schule ausgelöst wurde, ein Teil der Schüler auf den Weg dorthin machte, wurden die beiden gefunden, und glücklicherweise behielten einige der Mitschüler einen kühlen Kopf, kümmerten sich um sie und informierten die Rettungskräfte. Beide wurden mit einem Hubschrauber in die Klinik gebracht.

Der mutmaßliche Täter wurde heute dem Haftrichter vorgeführt und befindet sich nun wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft.

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