International

Ukraine: Behörden fordern von Mönchen Verlassen des Kiewer Höhlenklosters bis Montag

Die Religionsfreiheit in der Ukraine ist existenziell bedroht. Das ukrainische Kulturministerium zwingt nun UOC-Mönche, das Kiewer Höhlenkloster bis zum 4. Juli zu verlassen. Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche wird seit Beginn der speziellen Militäroperation groß angelegt verfolgt.
Ukraine: Behörden fordern von Mönchen Verlassen des Kiewer Höhlenklosters bis MontagQuelle: AFP © Genya SAVILOV

Die ukrainischen Behörden versuchen schon seit drei Monaten, die Mönche der kanonischen Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOC) aus dem Kiewer Höhlenkloster zu vertreiben. Die Mönche erhielten nun eine Aufforderung des dem Kulturministerium des Landes unterstellten Nationalen Kulturhistorischen Reservats, die Gebäude der geweihten Stätte bis zum 4. Juli zu verlassen. Das entsprechende Dokument wurde vom UOC-Anwalt Nikita Tschekman auf seinem Telegram-Kanal veröffentlicht:

"Das Reservat hat beschlossen, den Zugang der Mönche zu den Räumlichkeiten gemäß der beigefügten Liste zu beenden. Im Auftrag des Reservats wurde eine Kommission zur Versiegelung der Gehege eingesetzt, die am 4. Juli 2023 mit ihrer Arbeit beginnen wird."

Wenn die Mönche die insgesamt fünf Räumlichkeiten nicht verlassen und die Schlüssel nicht an das Reservat übergeben, werden die Schlösser ausgetauscht und das Gelände versiegelt. Tschekman kommentierte die Entwicklung wie folgt:

"Das ist die Art von Dokument, die aus dem Reservat ins Kloster kam! Das Gerichtsurteil, das Minister Tkatschenko 'erwartet', braucht niemand mehr?"

Eine neue Runde des Konflikts um das Kiewer Höhlenkloster begann im März, nachdem das Kulturministerium den Pachtvertrag gekündigt und die Mönche aufgefordert hatte, das Kloster bis Ende des Monats zu verlassen. Wie der Leiter des Ministeriums, Alexander Tkatschenko, sagte, hätten die Mönche jedoch bleiben können, wenn sie sich bereit erklärt hätten, der schismatischen Orthodoxen Kirche der Ukraine (OCU) beizutreten. Die UOC konterte, dass der Pachtvertrag nicht einseitig gekündigt werden dürfe und dass es keine Gerichtsentscheidung zu dieser Frage gebe.

Der Vertreter des Klosters, Metropolit Pawel, versicherte damals, dass die Gemeinschaft bis zum Ende standhaft bleiben wolle. Der Geistliche wurde später unter dem Vorwurf des interreligiösen Hassredens und der Unterstützung der russischen Politik unter Hausarrest gestellt. Nach seinen Angaben sei ihm angeboten worden, alle Anschuldigungen fallen zu lassen, wenn sich die Mönche der OCU anschließen würden.

Bereits im vergangenen Jahr führten Beamte des ukrainischen Inlandsgeheimdiensts SBU Durchsuchungen im Kiewer Höhlenkloster und in anderen Klöstern der UOC durch, bei denen sie angeblich "prorussische Literatur" und Pässe der UdSSR gefunden haben, und verhörten diejenigen, die sich auf dem Gelände der Klöster aufhielten, darunter auch russische Staatsbürger. Anfang des Jahres legte die Regierung des Landes der Werchowna Rada einen Gesetzentwurf vor, der ein Verbot der Aktivitäten der UOC vorsieht.

Mehr zum ThemaUOC-Diözese in Saporoschje bittet Patriarch Kyrill um Aufnahme in Russisch-Orthodoxe Kirche

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.